Tschechien liegt im Herzen Mitteleuropas und ist geografisch wie ein natürliches „Becken“ aufgebaut: Böhmen wird von Mittelgebirgen eingerahmt (u. a. Erzgebirge, Riesengebirge, Böhmerwald), während Mähren nach Osten und Süden offener wird. Die Moldau (Vltava) und die Elbe (Labe) prägen den Westen und Norden, die March (Morava) den Osten; viele historische Handels- und Siedlungsachsen folgen diesen Flusstälern. Landschaftlich reicht das Spektrum von dicht bewaldeten Höhenzügen über Karstgebiete bis zu Weinlandschaften in Südmähren.
Geschichtlich war das Land über Jahrhunderte ein politisches Schwergewicht im Heiligen Römischen Reich: Das Königreich Böhmen hatte eine starke Stellung, Prag war zeitweise ein europäisches Machtzentrum – besonders unter Karl IV. im 14. Jahrhundert. Früh prägend waren auch die Hussitenbewegung und ihre Kriege im 15. Jahrhundert, die religiöse und politische Konflikte der Zeit vorwegnahmen. Ab dem 16. Jahrhundert geriet die Region stärker unter Habsburger Einfluss; der Dreißigjährige Krieg und die Schlacht am Weißen Berg (1620) markierten tiefe Einschnitte. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand 1918 die Tschechoslowakei; im 20. Jahrhundert folgten die Zerschlagung durch NS-Deutschland, die kommunistische Phase im Ostblock, der Prager Frühling 1968 und schließlich die Samtene Revolution 1989. 1993 trennten sich Tschechien und die Slowakei friedlich („Velvet Divorce“) – seitdem ist Tschechien ein eigenständiger Staat.
Als Reise- und Urlaubsziele stehen Prag (Altstadt, Karlsbrücke, Burgareal) ganz oben, außerdem Český Krumlov als süd böhmischer Klassiker und Kutná Hora mit mittelalterlichem Erbe. Landschaftlich beliebt sind das Riesengebirge (Krkonoše), die Felsen- und Schluchtenlandschaften der Böhmischen Schweiz, der Böhmerwald (Šumava) und das mährische Karstgebiet. Für Kur- und Bädertradition sind Karlovy Vary (Karlsbad), Mariánské Lázně (Marienbad) und Františkovy Lázně bekannt, während Brünn (Brno) und Olmütz (Olomouc) starke urbane Ziele in Mähren sind.
