Florenz – Uffizien
Die Uffizien gehören zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Der langgestreckte Gebäudekomplex liegt zwischen der Piazza della Signoria und dem Arno und bewahrt eine außergewöhnliche Sammlung italienischer Malerei, insbesondere aus Mittelalter und Renaissance.
Geschichte des Gebäudes
Cosimo I. de’ Medici ließ die Uffizien ab 1560 durch Giorgio Vasari errichten. Der Name leitet sich vom italienischen Wort uffici für Ämter oder Büros ab: Ursprünglich sollten hier die wichtigsten Verwaltungs- und Gerichtsstellen des Großherzogtums Toskana zusammengeführt werden. Vasari schuf zwei lange Gebäudeflügel, die wie eine monumentale Straße zur Loggia am Arno führen.
Schon die Medici nutzten Teile des Obergeschosses zur Präsentation ihrer Kunstsammlungen. Francesco I. ließ 1581 die Tribuna einrichten, einen achteckigen Raum für besonders kostbare Werke und Naturgegenstände. Nach dem Aussterben der Medici ging die Sammlung an das Haus Lothringen über. Im 18. Jahrhundert wurden die Uffizien schrittweise als öffentlich zugängliches Museum etabliert.
Bedeutende Werke
Sandro Botticelli
Zu den bekanntesten Bildern zählen die Geburt der Venus und der Frühling. Beide Werke stehen exemplarisch für die humanistische Kultur des Florenz im 15. Jahrhundert.
Leonardo da Vinci
Die frühe Verkündigung zeigt bereits Leonardos Interesse an Naturbeobachtung, räumlicher Tiefe und feiner Lichtwirkung.
Michelangelo
Der Tondo Doni ist eines der wenigen erhaltenen Tafelbilder Michelangelos und beeindruckt durch seine kräftigen Farben und die skulptural wirkenden Figuren.
Raffael und Tizian
Raffaels Madonnen und Porträts sowie Tizians Venus von Urbino dokumentieren die Entwicklung der Hochrenaissance und der venezianischen Malerei.
Caravaggio
Werke wie die Medusa und der Bacchus zeigen den dramatischen Realismus und die starke Hell-Dunkel-Wirkung des Künstlers.
Architektur und Rundgang
Der Rundgang führt durch lange Korridore mit antiken Skulpturen und zahlreichen Sälen, die chronologisch und nach Kunstschulen geordnet sind. Aus den Fenstern öffnen sich immer wieder Blicke auf den Palazzo Vecchio, den Arno und die Ponte Vecchio. Auch der von Vasari entworfene Verbindungsgang zum Palazzo Pitti gehört historisch zum Medici-Komplex.
Hinweise für den Besuch
Für die wichtigsten Säle sollten mindestens zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Wegen des großen Besucherandrangs empfiehlt sich eine vorherige Reservierung. Wer sich auf ausgewählte Künstler und Epochen konzentriert, erlebt die Sammlung intensiver als bei dem Versuch, jedes Werk zu betrachten.
Bilder aus Italien
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