Monteriggioni
Monteriggioni ist eine kleine mittelalterliche Festungsstadt in der Toskana, etwa auf halber Strecke zwischen Siena und San Gimignano. Der nahezu vollständig erhaltene Mauerring mit seinen Türmen macht den Ort zu einem der eindrucksvollsten Beispiele mittelalterlicher Wehrarchitektur in Italien.
Geschichte
Die Festung wurde zwischen 1213 und 1219 im Auftrag der Republik Siena errichtet. Sie sollte die strategisch wichtige Via Francigena kontrollieren und Siena gegen Angriffe aus Florenz schützen. Monteriggioni war damit weniger eine gewachsene Stadt als vielmehr ein gezielt angelegter militärischer Stützpunkt. Im Konflikt zwischen Siena und Florenz spielte die Anlage über Jahrhunderte eine wichtige Rolle. 1554 fiel sie schließlich an die Medici und gelangte damit unter florentinische Herrschaft.
Auch Dante Alighieri kannte den Ort. In der Göttlichen Komödie verglich er die Türme Monteriggionis mit riesenhaften Gestalten, die aus einem Ring emporragen. Dadurch wurde das kleine Kastell bereits im Mittelalter literarisch verewigt.
Sehenswürdigkeiten
Stadtmauer
Der ringförmige Mauergürtel ist rund 570 Meter lang und wird von mehreren Türmen unterbrochen. Teile der Mauer sind begehbar und bieten Ausblicke auf die Dächer des Ortes und die umliegende Hügellandschaft.
Porta Franca
Das Haupttor ist nach Süden in Richtung Siena ausgerichtet. Es bildet den eindrucksvollsten Zugang zum historischen Ortskern.
Porta Fiorentina
Das nördliche Tor weist in Richtung Florenz. Seine Lage erinnert an die strategische Funktion der Festung im jahrhundertelangen Machtkampf zwischen beiden Städten.
Piazza Roma
Der kleine Hauptplatz bildet das Zentrum Monteriggionis. Rund um den Platz liegen Restaurants, Cafés und historische Gebäude.
Kirche Santa Maria Assunta
Die schlichte romanisch-gotische Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ihr zurückhaltendes Äußeres passt zum militärisch geprägten Charakter des Ortes.
Museum Monteriggioni in Arme
Das kleine Museum widmet sich der Geschichte der Festung, mittelalterlichen Waffen und Rüstungen. Rekonstruktionen machen die militärische Bedeutung des Ortes anschaulich.
Ein kurzer Rundgang
Für die Besichtigung genügen meist ein bis zwei Stunden. Der besondere Reiz liegt weniger in einer großen Zahl einzelner Sehenswürdigkeiten als im geschlossenen Gesamtbild aus Mauern, Toren, Natursteinfassaden und dem weiten Blick über die toskanische Landschaft. Besonders stimmungsvoll ist Monteriggioni am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Tagesbesucher den Ort verlassen haben.
Bilder aus Italien
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