Land: Italien Region: Ligurien · La Mortola bei Ventimiglia Lage: Terrassenhang oberhalb des Mittelmeers nahe der französischen Grenze Typ: Historischer botanischer Garten mit internationaler Pflanzensammlung Geeignet für: Botanik, Gartenkunst, Landschaft und Fotografie
Die Giardini Botanici Hanbury liegen bei La Mortola westlich von Ventimiglia an der ligurischen Küste. Der Garten zieht sich in Terrassen vom historischen Anwesen über einen sonnigen Hang bis fast an das Mittelmeer hinab. Durch seine geschützte Lage verbindet er mediterrane Landschaft, weite Meerblicke und eine außergewöhnlich vielfältige Pflanzenwelt.
Geschichte des Gartens
Der englische Kaufmann Thomas Hanbury erwarb das Anwesen 1867 und ließ hier gemeinsam mit seinem Bruder Daniel einen botanischen Akklimatisierungsgarten anlegen. Fachleute und Gärtner, darunter der Botaniker Ludwig Winter, gestalteten die Hänge zu einer Sammlung von Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen. Heute wird der Garten von der Universität Genua betreut und bewahrt sowohl das historische Konzept als auch die bedeutenden Pflanzensammlungen.
Pflanzenwelt und Umgebung
Auf den verschlungenen Wegen wechseln sich Palmen, Zitruspflanzen, Agaven, Aloen, Kakteen und zahlreiche weitere subtropische Gewächse ab. Alte Mauern, Pergolen, Brunnen und kleine Aussichtspunkte gliedern den rund 18 Hektar großen Garten. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel aus üppiger Vegetation, historischer Gartenarchitektur und der felsigen Küstenlandschaft am Ligurischen Meer.
Besuch im Hanbury Garden
Für den Rundgang sollte ausreichend Zeit eingeplant werden: Viele Wege führen über Treppen und teils steile Abschnitte bergab, die anschließend wieder hinaufgestiegen werden müssen. Festes Schuhwerk und an warmen Tagen genügend Wasser sind sinnvoll. Die wechselnden Perspektiven auf das Meer und die botanischen Sammlungen machen den Garten zu einem lohnenden Ausflugsziel an der italienischen Riviera.
Land: Italien Region: Lombardei Lage: Am südwestlichen Ende des Comer Sees Charakter: Historische Seestadt zwischen Uferpromenade und Alpenausläufern Geeignet für: Stadtbesuch, See, Architektur und Ausflüge
Como liegt am südwestlichen Ende des Comer Sees in der Lombardei. Die Stadt verbindet eine lange Geschichte mit einer reizvollen Lage zwischen See und Alpenausläufern. Historische Bauwerke, elegante Plätze, Uferpromenaden und Ausflüge auf den See machen Como zu einem der bekanntesten Ziele Norditaliens.
Geschichte
Die Gegend war bereits in vorrömischer Zeit besiedelt. Unter Julius Caesar wurde die Stadt als Novum Comum neu gegründet und entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz. Im Mittelalter stand Como im Spannungsfeld zwischen Mailand, lokalen Adelsfamilien und den Mächten Norditaliens.
Vom späten Mittelalter bis in die Neuzeit gewann die Seidenverarbeitung große Bedeutung. Como wurde zu einem der wichtigsten europäischen Zentren der Seidenindustrie. Noch heute erinnern Museen, Firmen und Geschäfte an diese Tradition. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Comer See zunehmend zu einem beliebten Reise- und Erholungsziel.
Sehenswürdigkeiten
Dom Santa Maria Assunta Der Dom ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt. Seine Baugeschichte reicht vom späten 14. bis ins 18. Jahrhundert und verbindet Gotik, Renaissance und Barock.
Broletto Das ehemalige Rathaus liegt direkt neben dem Dom. Die farbige Fassade und die offenen Arkaden erinnern an die kommunale Blütezeit des Mittelalters.
Basilica di San Fedele Die romanische Kirche steht inmitten der Altstadt. Besonders sehenswert sind der Chorbereich und die mittelalterlichen Portale.
Tempio Voltiano Das Museum ist Alessandro Volta gewidmet, dem in Como geborenen Erfinder der Batterie. Es zeigt historische Instrumente, Dokumente und persönliche Gegenstände.
Uferpromenade Die Promenade bietet Ausblicke über den südlichen Teil des Comer Sees. Von den Anlegestellen starten Linien- und Ausflugsschiffe zu den Orten am See.
Funicolare Como–Brunate Die Standseilbahn verbindet Como mit dem höher gelegenen Brunate. Von dort eröffnen sich weite Blicke über den See, die Stadt und bei klarer Sicht bis zu den Alpen.
Villa Olmo Die klassizistische Villa liegt westlich des Zentrums in einem Park am See. Sie wird für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Altstadt und Stadtmauer Innerhalb des historischen Mauerrings liegen enge Gassen, Plätze, Geschäfte und zahlreiche Cafés. Teile der mittelalterlichen Befestigung sind erhalten.
Ausflüge am Comer See
Como ist ein guter Ausgangspunkt für Fahrten nach Cernobbio, Bellagio, Varenna oder Menaggio. Besonders reizvoll ist die Kombination aus Schiff und Bahn. Für die Stadt selbst genügt ein voller Tag; mit Brunate, Villen und einer Schifffahrt sollten zwei bis drei Tage eingeplant werden.
Land: Italien Region: Latium Lage: Am Tiber in Mittelitalien Charakter: Hauptstadt zwischen Antike, Christentum, Renaissance und Barock Geeignet für: Geschichte, Kunst, Architektur und Städtereise
Rom ist eine der geschichtsträchtigsten Städte Europas. Kaum ein anderer Ort verbindet Antike, Christentum, Renaissance, Barock und modernes Großstadtleben auf so engem Raum. Die italienische Hauptstadt ist zugleich politisches Zentrum des Landes und umschließt mit der Vatikanstadt einen eigenen Staat.
Geschichte
Nach der römischen Überlieferung wurde die Stadt 753 v. Chr. gegründet. Aus einer Siedlung am Tiber entwickelte sich zunächst die Römische Republik und später das Zentrum eines Weltreiches, das große Teile Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens beherrschte. Monumente wie Kolosseum, Forum Romanum, Pantheon und die großen Thermenanlagen zeugen noch heute von dieser Epoche.
Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches blieb Rom als Sitz des Papsttums von zentraler Bedeutung. Im Mittelalter und besonders während Renaissance und Barock wurde die Stadt durch Kirchen, Paläste, Plätze und Brunnen neu geprägt. Künstler und Architekten wie Michelangelo, Raffael, Bernini und Borromini hinterließen ein außergewöhnliches kulturelles Erbe.
Sehenswürdigkeiten
Kolosseum Das größte Amphitheater der Antike wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Es bot Platz für Zehntausende Zuschauer und ist heute das bekannteste Symbol Roms.
Forum Romanum und Palatin Das Forum war das politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum des antiken Rom. Vom benachbarten Palatin bieten sich weite Blicke über die Ruinenlandschaft.
Pantheon Der nahezu vollständig erhaltene Kuppelbau stammt aus der Kaiserzeit. Seine monumentale Rotunde und die offene Kreisöffnung in der Kuppel zählen zu den Meisterleistungen antiker Architektur.
Petersdom und Vatikanische Museen Der Petersdom gehört zu den bedeutendsten Kirchen der Welt. Die Vatikanischen Museen bewahren eine der größten Kunstsammlungen überhaupt, darunter die Sixtinische Kapelle.
Trevi-Brunnen Der barocke Brunnen von Nicola Salvi ist einer der berühmtesten Brunnen Europas. Besonders am Abend entfaltet die Anlage ihre Wirkung.
Spanische Treppe Die breite Treppenanlage verbindet die Piazza di Spagna mit der Kirche Trinità dei Monti und ist ein klassischer Treffpunkt im Zentrum.
Piazza Navona Der langgestreckte Platz folgt dem Grundriss eines antiken Stadions. Berninis Vierströmebrunnen bildet seinen Mittelpunkt.
Trastevere Das Viertel westlich des Tiber ist für enge Gassen, kleine Plätze, Restaurants und eine besonders lebendige Atmosphäre bekannt.
Besuch
Für einen ersten Besuch sollten mindestens drei bis vier Tage eingeplant werden. Viele Sehenswürdigkeiten liegen im historischen Zentrum und lassen sich zu Fuß verbinden. Für Kolosseum, Vatikanische Museen und Petersdom empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung. Bequeme Schuhe sind wegen der großen Entfernungen und des oft unebenen Pflasters besonders wichtig.
Land: Italien Region: Venetien Lage: In der Lagune an der nördlichen Adria Charakter: Historische Kanalstadt und ehemalige Seerepublik, UNESCO-Welterbe Geeignet für: Architektur, Geschichte, Kunst und Fotografie
Venedig wurde auf mehr als hundert Inseln in der Lagune an der nördlichen Adria errichtet. Kanäle ersetzen vielerorts Straßen, Brücken verbinden die einzelnen Stadtteile, und Paläste spiegeln den jahrhundertelangen Reichtum der ehemaligen Seerepublik. Die Stadt und ihre Lagune gehören seit 1987 zum UNESCO-Welterbe.
Geschichte
Die Siedlungen in der Lagune gewannen nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches an Bedeutung, als sich Bewohner des Festlands auf die schwer zugänglichen Inseln zurückzogen. Aus mehreren Gemeinden entwickelte sich die Republik Venedig, an deren Spitze der Doge stand. Durch Handel mit dem östlichen Mittelmeer, Byzanz und dem Orient wurde Venedig zu einer der mächtigsten Handels- und Seemächte Europas.
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kontrollierte die Republik wichtige Häfen und Inseln. Kaufleute brachten Gewürze, Seide, Edelmetalle und Kunstgegenstände in die Stadt. Dieser Wohlstand finanzierte Kirchen, Paläste, Werften und bedeutende Kunstwerke. 1797 endete die mehr als tausendjährige Republik durch Napoleon. Nach französischer und österreichischer Herrschaft wurde Venedig 1866 Teil Italiens.
Markusplatz und politisches Zentrum
Markusplatz Die Piazza San Marco ist der repräsentative Mittelpunkt der Stadt. Arkadengänge, historische Cafés und die wichtigsten Staatsbauten rahmen den Platz.
Markusdom Die Basilica di San Marco verbindet byzantinische, romanische und gotische Elemente. Goldgrundmosaiken, Marmorböden und die kostbare Pala d’Oro erinnern an die engen Beziehungen Venedigs zum östlichen Mittelmeer.
Dogenpalast Der Palazzo Ducale war Regierungssitz, Gericht und Residenz des Dogen. Besonders sehenswert sind der Große Ratssaal, die Prunkräume, die Waffenkammer und die Gefängnisse.
Seufzerbrücke Die geschlossene Brücke verband die Vernehmungsräume des Dogenpalastes mit dem Gefängnis. Ihren romantischen Namen erhielt sie erst in späterer Zeit.
Canal Grande und Brücken
Canal Grande Die breite Wasserstraße zieht sich in einer S-Form durch Venedig. Eine Fahrt mit dem Vaporetto vermittelt einen guten Eindruck von den gotischen, Renaissance- und Barockpalästen an beiden Ufern.
Rialtobrücke Die steinerne Brücke aus dem späten 16. Jahrhundert überspannt den Canal Grande an der ältesten Handelszone der Stadt. In der Nähe liegen der Rialtomarkt und kleine Lebensmittelgeschäfte.
Accademia-Brücke Von der Holzbrücke bietet sich einer der bekanntesten Ausblicke auf den Canal Grande und die Kuppel von Santa Maria della Salute.
Kirchen, Kunst und Stadtviertel
Santa Maria della Salute Die große Barockkirche wurde nach einer Pestepidemie als Dankeskirche errichtet. Ihre Kuppel prägt die Einfahrt zum Canal Grande.
Gallerie dell’Accademia Das Museum besitzt eine herausragende Sammlung venezianischer Malerei, darunter Werke von Bellini, Giorgione, Tizian, Tintoretto und Veronese.
Scuola Grande di San Rocco Die Räume der Bruderschaft sind mit einem umfangreichen Gemäldezyklus Tintorettos ausgestattet und gehören zu den eindrucksvollsten Renaissance-Interieurs der Stadt.
Cannaregio, Dorsoduro und Castello Abseits der Hauptwege zeigen diese Stadtteile ein ruhigeres Venedig mit Wohnhäusern, kleinen Plätzen, Werkstätten und Uferwegen. Im ehemaligen Ghetto von Cannaregio entwickelte sich seit dem 16. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens.
Inseln der Lagune
Murano ist für seine Glasherstellung bekannt, Burano für farbige Häuser und Spitzenarbeiten. Auf Torcello erinnern die alte Kathedrale und archäologische Spuren an die frühen Siedlungen der Lagune.
Venedig erleben
Die Stadt erschließt sich am besten zu Fuß und mit den öffentlichen Wasserbussen. Frühmorgens und am Abend sind viele Gassen und Plätze deutlich ruhiger. Neben den berühmten Bauwerken gehören das ziellose Erkunden kleiner Brücken, Innenhöfe und Kanäle zu den besonderen Erlebnissen eines Besuchs.
Land: Italien Ort: Florenz · Toskana Lage: An der Piazza della Signoria Typ: Historischer Regierungspalast und heutiges Rathaus Geeignet für: Renaissance, Architektur, Kunst und Stadtgeschichte
Der Palazzo Vecchio beherrscht mit seinem hohen Arnolfo-Turm die Piazza della Signoria und ist bis heute das politische Herz von Florenz. Das Gebäude war Regierungssitz der mittelalterlichen Republik, Residenz der Medici und später Rathaus der Stadt. Seine Räume verbinden Wehrarchitektur, Staatsrepräsentation und Kunst der Renaissance.
Geschichte
Der Palast entstand ab 1299 nach Plänen, die traditionell Arnolfo di Cambio zugeschrieben werden. Ursprünglich hieß er Palazzo dei Priori und diente den obersten Vertretern der Florentiner Republik als Amtssitz. Der wehrhafte Bau mit Zinnen, massiven Steinquadern und dem 94 Meter hohen Turm sollte Macht und Sicherheit vermitteln.
Als Cosimo I. de’ Medici 1540 mit seiner Familie einzog, wurde der Palast umfassend umgestaltet. Giorgio Vasari schuf neue Prunksäle, Wandmalereien und eine repräsentative Ausstattung. Nach dem Umzug der Medici in den Palazzo Pitti erhielt das Gebäude die Bezeichnung Palazzo Vecchio, also Alter Palast.
Sehenswürdigkeiten im Inneren
Salone dei Cinquecento Der Saal der Fünfhundert ist der größte Raum des Palastes. Er wurde für den Großen Rat der Republik geschaffen und später von Vasari für Cosimo I. umgestaltet. Monumentale Gemälde verherrlichen die militärischen Erfolge von Florenz und den Aufstieg der Medici.
Studiolo Francesco I. Das kleine, fensterlose Studiolo ist vollständig mit Gemälden, Schränken und symbolischen Darstellungen ausgestattet. Es diente Francesco I. de’ Medici als Rückzugsort für Kunstwerke, Naturalia und wissenschaftliche Objekte.
Quartieri Monumentali Die repräsentativen Wohn- und Staatsräume sind mit Fresken, Stuck, geschnitzten Decken und Kunstwerken ausgestattet. Viele Bildprogramme stellen die Geschichte von Florenz in Beziehung zur Herrschaft der Medici.
Saal der Landkarten Im Guardaroba Nuova zeigen großformatige Karten das geografische Wissen des 16. Jahrhunderts. Ein großer Globus ergänzt die historische Darstellung der damals bekannten Welt.
Arnolfo-Turm Der Aufstieg führt über zahlreiche Stufen zu einem weiten Blick über die Piazza della Signoria, den Dom und die Dächer von Florenz. Im Turm befanden sich auch Gefängniszellen.
Piazza della Signoria
Vor dem Palazzo stehen Kopien und Originale bedeutender Skulpturen. Am Eingang flankieren eine Kopie von Michelangelos David und die Gruppe Herkules und Cacus das Portal. Daneben bildet die Loggia dei Lanzi mit ihren frei zugänglichen Skulpturen ein offenes Museum. Der Neptunbrunnen und das Reiterstandbild Cosimos I. ergänzen das politische und künstlerische Ensemble.
Besuch
Für Museum und Turm sollten etwa zwei Stunden eingeplant werden. Der Turm kann bei ungünstigem Wetter geschlossen sein. Auch ohne Museumsbesuch lohnt sich die Besichtigung des frei zugänglichen Innenhofs mit seinen Säulen, Fresken und dem Verrocchio-Brunnen.
Land: Italien Ort: Florenz · Toskana Lage: Über den Arno im historischen Zentrum Typ: Mittelalterliche Ladenbrücke mit Goldschmiedegeschäften Geeignet für: Architektur, Stadtgeschichte und Fotografie
Die Ponte Vecchio ist das bekannteste Wahrzeichen am Arno und eine der ältesten erhaltenen Segmentbogenbrücken Europas. Mit ihren dicht aneinandergebauten Läden wirkt sie weniger wie eine gewöhnliche Brücke als wie eine schmale mittelalterliche Straße über dem Fluss.
Geschichte
An dieser Stelle existierte vermutlich bereits in römischer Zeit ein Übergang über den Arno. Nach mehreren Hochwasserschäden entstand die heutige Brücke im 14. Jahrhundert. Ihre drei flachen Bögen waren technisch fortschrittlich und ließen dem Fluss mehr Raum als ältere Konstruktionen mit vielen Pfeilern.
Über Jahrhunderte arbeiteten auf der Brücke vor allem Metzger, Gerber und andere Gewerbe, deren Abfälle direkt in den Fluss gelangten. 1593 ordnete Großherzog Ferdinando I. de’ Medici an, dass nur noch Goldschmiede und Juweliere ihre Geschäfte auf der Ponte Vecchio betreiben durften. Diese Tradition prägt die Brücke bis heute.
Im Zweiten Weltkrieg blieb die Ponte Vecchio als einzige historische Brücke von Florenz erhalten. Die umliegenden Gebäude wurden jedoch zerstört, um die Zugänge unpassierbar zu machen. Dadurch entstand die ungewöhnlich enge und verwinkelte Bebauung an beiden Brückenköpfen.
Sehenswerte Details
Goldschmiedeläden Die kleinen Geschäfte mit ihren hölzernen Fensterläden und Auslagen bilden das charakteristische Bild der Brücke. Viele Werkstätten und Verkaufsräume befinden sich seit Generationen an diesem Ort.
Vasari-Korridor Über den östlichen Ladenzeilen verläuft ein geschlossener Gang, den Giorgio Vasari 1565 für Cosimo I. de’ Medici errichtete. Er verband den Palazzo Vecchio und die Uffizien mit dem Palazzo Pitti, sodass die Herrscher den Arno geschützt überqueren konnten.
Büste Benvenuto Cellinis In der Mitte der Brücke erinnert ein Denkmal an den florentinischen Goldschmied und Bildhauer Benvenuto Cellini. Das umgebende Gitter wurde lange mit Liebesschlössern behängt.
Ausblick auf den Arno Die mittlere Öffnung der Ladenzeilen erlaubt einen freien Blick flussaufwärts und flussabwärts. Besonders am frühen Morgen und in den Abendstunden wirkt die Brücke ruhiger und atmosphärischer.
Umgebung
Auf der Nordseite erreicht man in wenigen Minuten die Uffizien und die Piazza della Signoria. Südlich beginnt der Stadtteil Oltrarno mit dem Palazzo Pitti, den Boboli-Gärten und zahlreichen Handwerksbetrieben. Gute Außenansichten der Ponte Vecchio bieten die benachbarten Brücken Ponte Santa Trinita und Ponte alle Grazie.
Land: Italien Ort: Florenz · Toskana Lage: Zwischen Piazza della Signoria und Arno Typ: Kunstmuseum mit Schwerpunkt italienische Renaissance Geeignet für: Kunst, Renaissance und Kulturgeschichte
Die Uffizien gehören zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Der langgestreckte Gebäudekomplex liegt zwischen der Piazza della Signoria und dem Arno und bewahrt eine außergewöhnliche Sammlung italienischer Malerei, insbesondere aus Mittelalter und Renaissance.
Geschichte des Gebäudes
Cosimo I. de’ Medici ließ die Uffizien ab 1560 durch Giorgio Vasari errichten. Der Name leitet sich vom italienischen Wort uffici für Ämter oder Büros ab: Ursprünglich sollten hier die wichtigsten Verwaltungs- und Gerichtsstellen des Großherzogtums Toskana zusammengeführt werden. Vasari schuf zwei lange Gebäudeflügel, die wie eine monumentale Straße zur Loggia am Arno führen.
Schon die Medici nutzten Teile des Obergeschosses zur Präsentation ihrer Kunstsammlungen. Francesco I. ließ 1581 die Tribuna einrichten, einen achteckigen Raum für besonders kostbare Werke und Naturgegenstände. Nach dem Aussterben der Medici ging die Sammlung an das Haus Lothringen über. Im 18. Jahrhundert wurden die Uffizien schrittweise als öffentlich zugängliches Museum etabliert.
Bedeutende Werke
Sandro Botticelli Zu den bekanntesten Bildern zählen die Geburt der Venus und der Frühling. Beide Werke stehen exemplarisch für die humanistische Kultur des Florenz im 15. Jahrhundert.
Leonardo da Vinci Die frühe Verkündigung zeigt bereits Leonardos Interesse an Naturbeobachtung, räumlicher Tiefe und feiner Lichtwirkung.
Michelangelo Der Tondo Doni ist eines der wenigen erhaltenen Tafelbilder Michelangelos und beeindruckt durch seine kräftigen Farben und die skulptural wirkenden Figuren.
Raffael und Tizian Raffaels Madonnen und Porträts sowie Tizians Venus von Urbino dokumentieren die Entwicklung der Hochrenaissance und der venezianischen Malerei.
Caravaggio Werke wie die Medusa und der Bacchus zeigen den dramatischen Realismus und die starke Hell-Dunkel-Wirkung des Künstlers.
Architektur und Rundgang
Der Rundgang führt durch lange Korridore mit antiken Skulpturen und zahlreichen Sälen, die chronologisch und nach Kunstschulen geordnet sind. Aus den Fenstern öffnen sich immer wieder Blicke auf den Palazzo Vecchio, den Arno und die Ponte Vecchio. Auch der von Vasari entworfene Verbindungsgang zum Palazzo Pitti gehört historisch zum Medici-Komplex.
Hinweise für den Besuch
Für die wichtigsten Säle sollten mindestens zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Wegen des großen Besucherandrangs empfiehlt sich eine vorherige Reservierung. Wer sich auf ausgewählte Künstler und Epochen konzentriert, erlebt die Sammlung intensiver als bei dem Versuch, jedes Werk zu betrachten.
Land: Italien Region: Toskana · Provinz Siena Lage: Zwischen Siena und San Gimignano Charakter: Kleine mittelalterliche Festungsstadt mit nahezu geschlossenem Mauerring Geeignet für: Geschichte, Architektur und Toskana-Rundreise
Monteriggioni ist eine kleine mittelalterliche Festungsstadt in der Toskana, etwa auf halber Strecke zwischen Siena und San Gimignano. Der nahezu vollständig erhaltene Mauerring mit seinen Türmen macht den Ort zu einem der eindrucksvollsten Beispiele mittelalterlicher Wehrarchitektur in Italien.
Geschichte
Die Festung wurde zwischen 1213 und 1219 im Auftrag der Republik Siena errichtet. Sie sollte die strategisch wichtige Via Francigena kontrollieren und Siena gegen Angriffe aus Florenz schützen. Monteriggioni war damit weniger eine gewachsene Stadt als vielmehr ein gezielt angelegter militärischer Stützpunkt. Im Konflikt zwischen Siena und Florenz spielte die Anlage über Jahrhunderte eine wichtige Rolle. 1554 fiel sie schließlich an die Medici und gelangte damit unter florentinische Herrschaft.
Auch Dante Alighieri kannte den Ort. In der Göttlichen Komödie verglich er die Türme Monteriggionis mit riesenhaften Gestalten, die aus einem Ring emporragen. Dadurch wurde das kleine Kastell bereits im Mittelalter literarisch verewigt.
Sehenswürdigkeiten
Stadtmauer Der ringförmige Mauergürtel ist rund 570 Meter lang und wird von mehreren Türmen unterbrochen. Teile der Mauer sind begehbar und bieten Ausblicke auf die Dächer des Ortes und die umliegende Hügellandschaft.
Porta Franca Das Haupttor ist nach Süden in Richtung Siena ausgerichtet. Es bildet den eindrucksvollsten Zugang zum historischen Ortskern.
Porta Fiorentina Das nördliche Tor weist in Richtung Florenz. Seine Lage erinnert an die strategische Funktion der Festung im jahrhundertelangen Machtkampf zwischen beiden Städten.
Piazza Roma Der kleine Hauptplatz bildet das Zentrum Monteriggionis. Rund um den Platz liegen Restaurants, Cafés und historische Gebäude.
Kirche Santa Maria Assunta Die schlichte romanisch-gotische Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ihr zurückhaltendes Äußeres passt zum militärisch geprägten Charakter des Ortes.
Museum Monteriggioni in Arme Das kleine Museum widmet sich der Geschichte der Festung, mittelalterlichen Waffen und Rüstungen. Rekonstruktionen machen die militärische Bedeutung des Ortes anschaulich.
Ein kurzer Rundgang
Für die Besichtigung genügen meist ein bis zwei Stunden. Der besondere Reiz liegt weniger in einer großen Zahl einzelner Sehenswürdigkeiten als im geschlossenen Gesamtbild aus Mauern, Toren, Natursteinfassaden und dem weiten Blick über die toskanische Landschaft. Besonders stimmungsvoll ist Monteriggioni am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Tagesbesucher den Ort verlassen haben.
Land: Italien Region: Venetien Lage: An der Etsch im Nordosten Italiens Charakter: UNESCO-Altstadt mit römischen, mittelalterlichen und Renaissance-Bauten Geeignet für: Geschichte, Architektur, Oper und Städtereise
Verona liegt an der Etsch im Nordosten Italiens und gehört zu den geschichtsträchtigsten Städten Venetiens. Die Altstadt verbindet römische Monumente, mittelalterliche Befestigungen, Renaissancepaläste und lebendige Plätze auf engem Raum. Seit dem Jahr 2000 gehört das historische Zentrum zum UNESCO-Welterbe.
Geschichte
Bereits in römischer Zeit war Verona ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt an wichtigen Handels- und Heerstraßen. Aus dieser Epoche stammen die Arena, das Teatro Romano und mehrere Stadttore. Im Mittelalter erlebte die Stadt unter der Familie della Scala, den Scaligeri, eine politische und kulturelle Blüte. Ihre Burgen, Grabmäler und Brücken prägen das Stadtbild bis heute. Später gehörte Verona zur Republik Venedig, danach zeitweise zum Habsburgerreich und seit 1866 zum Königreich Italien.
Sehenswürdigkeiten
Arena di Verona Das römische Amphitheater wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Es zählt zu den am besten erhaltenen Bauwerken seiner Art und ist heute vor allem für die sommerlichen Opernaufführungen bekannt.
Piazza Bra Der weitläufige Platz vor der Arena bildet den repräsentativen Eingang zur Altstadt. Palazzi, Cafés und die Gartenanlage des Liston geben ihm seine besondere Atmosphäre.
Piazza delle Erbe Der ehemalige römische Forumsplatz ist von bemalten Häuserfassaden, Marktständen, Palästen und dem Torre dei Lamberti umgeben. Er gehört zu den lebendigsten Orten Veronas.
Piazza dei Signori und Scaliger-Gräber Die elegante Piazza war das politische Zentrum der Scaliger-Herrschaft. Ganz in der Nähe stehen die reich verzierten gotischen Grabmäler der Herrscherfamilie.
Casa di Giulietta Das sogenannte Haus der Julia mit seinem berühmten Balkon erinnert an Shakespeares Tragödie. Die literarische Verbindung ist zwar nicht historisch belegt, dennoch zählt der Innenhof zu den meistbesuchten Orten der Stadt.
Castelvecchio und Ponte Scaligero Die mächtige Burg am Fluss wurde im 14. Jahrhundert errichtet und beherbergt heute ein bedeutendes Kunstmuseum. Die zinnenbekrönte Backsteinbrücke bietet schöne Blicke auf die Etsch.
Dom und Sant’Anastasia Der Dom Santa Maria Matricolare vereint romanische und gotische Elemente. Sant’Anastasia ist die größte Kirche der Stadt und besitzt eine eindrucksvolle Innenausstattung.
Teatro Romano und Castel San Pietro Vom römischen Theater und dem darüberliegenden Aussichtspunkt eröffnet sich ein weiter Blick über die Dächer, Kirchtürme und Flussschleifen Veronas.
Charakter der Stadt
Verona lässt sich gut zu Fuß erkunden. Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen monumentaler römischer Architektur, engen mittelalterlichen Gassen und offenen Plätzen. Abseits der wichtigsten Sehenswürdigkeiten vermitteln kleine Osterien, Innenhöfe und Uferwege ein ruhigeres Bild der Stadt.
Land: Italien Region: Toskana · Provinz Siena Lage: Im Val d’Elsa zwischen Florenz und Siena Charakter: Mittelalterliche Turmstadt und UNESCO-Welterbe Geeignet für: Architektur, Geschichte, Fotografie und Toskana-Rundreise
San Gimignano gehört zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Städten der Toskana. Die weithin sichtbaren Geschlechtertürme prägen die Silhouette und erinnern an die wirtschaftliche Blüte des Ortes im Mittelalter.
Stadt der Türme
Im 12. und 13. Jahrhundert wetteiferten wohlhabende Familien mit hohen Wohntürmen um Einfluss und Ansehen. Von einst mehr als 70 Türmen sind heute noch 14 erhalten. Besonders markant sind die Bereiche rund um Piazza della Cisterna und Piazza del Duomo.
Altstadt und Kunst
Die Collegiata di Santa Maria Assunta besitzt bedeutende mittelalterliche Freskenzyklen. Ebenfalls sehenswert sind der Palazzo Comunale und die Aussicht vom Torre Grossa. Die vollständig erhaltene Altstadt gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe.
Toskana und Vernaccia
San Gimignano liegt an der historischen Via Francigena und ist von Weinbergen und Hügellandschaft umgeben. Bekannt ist der trockene Weißwein Vernaccia di San Gimignano. Der Ort lässt sich gut mit Siena, Certaldo oder Monteriggioni verbinden.