Posen

Posen (polnisch Poznań) liegt an der Warthe im Westen Polens und gehört zu den ältesten und historisch bedeutendsten Städten des Landes. Die Stadt verbindet die Anfänge des polnischen Staates mit einem farbenfrohen historischen Zentrum, preußisch geprägten Vierteln, bedeutenden Hochschulen, Messegelände und moderner Stadtentwicklung.

Geschichte

Die Ursprünge Posens reichen bis in das frühe Mittelalter zurück. Auf der Dominsel Ostrów Tumski entstand eine befestigte Siedlung, die eng mit der Herrschaft der ersten Piasten verbunden war. Unter Mieszko I. und Bolesław Chrobry gehörte Posen zu den wichtigsten Zentren des entstehenden polnischen Staates. Die Kathedrale St. Peter und Paul wurde zu einer bedeutenden Grablege der frühen polnischen Herrscher.

Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt westlich der Dominsel zu einem wichtigen Handelsplatz. Der große Marktplatz mit Rathaus und Bürgerhäusern entstand als Mittelpunkt des städtischen Lebens. Posen profitierte von seiner Lage an Handelswegen zwischen dem westlichen Europa und den Regionen im Osten.

Nach der zweiten Teilung Polens 1793 fiel Posen an Preußen und wurde später Hauptstadt der Provinz Posen. Das 19. Jahrhundert hinterließ zahlreiche Verwaltungs-, Militär- und Repräsentationsbauten. Nach dem erfolgreichen Großpolnischen Aufstand von 1918/19 wurde die Stadt Teil des wieder entstandenen polnischen Staates. Im Zweiten Weltkrieg war Posen von Deutschland besetzt und wurde 1945 schwer umkämpft. Nach dem Krieg entwickelte sich die Stadt erneut zu einem wichtigen Wirtschafts-, Universitäts- und Messestandort. Die Arbeiterproteste vom Juni 1956 waren zudem ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des kommunistischen Polen.

Sehenswürdigkeiten

Das Zentrum der Altstadt bildet der Alte Markt Stary Rynek. Das Renaissance-Rathaus mit seiner reich gestalteten Fassade ist das bekannteste Bauwerk des Platzes. Täglich um zwölf Uhr erscheinen über der Rathausuhr die berühmten mechanischen Ziegenböcke. Rund um den Markt stehen rekonstruierte Bürgerhäuser, ehemalige Krämerhäuser, Museen, Restaurants und Cafés.

Die Dominsel Ostrów Tumski gilt als einer der wichtigsten historischen Orte Polens. In der Kathedrale St. Peter und Paul befinden sich Gräber früher polnischer Herrscher. Das moderne Besucherzentrum Brama Poznania erläutert die Bedeutung der Insel für die Christianisierung und Staatsbildung Polens.

Westlich der Altstadt liegt das ehemalige Kaiserschloss, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts für Kaiser Wilhelm II. errichtet wurde. Heute wird das Gebäude kulturell genutzt. Sehenswert sind außerdem die Universität, der Freiheitsplatz, das Nationalmuseum, die wiederaufgebaute Königliche Burg sowie der Malta-See mit Freizeit- und Sportanlagen.

Posen besitzt auch eine ausgeprägte kulinarische Tradition. Besonders bekannt ist das Rogal świętomarciński, ein geschütztes Martinscroissant mit Weißmohnfüllung, das eng mit dem Martinstag und der Geschichte der Stadt verbunden ist.

Besuch

Für Altstadt, Dominsel und Kaiserviertel ist ein voller Tag sinnvoll. Wer Museen, Malta-See und weitere Viertel einbeziehen möchte, sollte zwei Tage vorsehen. Durch die Lage an der Bahnstrecke Berlin–Warschau ist Posen gut erreichbar; innerhalb der Stadt sorgt ein dichtes Straßenbahnnetz für kurze Wege.

Orte in Polen

Breslau

Breslau (polnisch Wrocław) liegt an der Oder im Südwesten Polens und ist die Hauptstadt Niederschlesiens. Zahlreiche Flussarme, Inseln und weit über hundert Brücken prägen das Stadtbild. Breslau verbindet mittelalterliche und barocke Bauwerke mit gründerzeitlichen Vierteln, moderner Architektur und einer vielschichtigen mitteleuropäischen Geschichte.

Geschichte

Die Anfänge Breslaus reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Die Siedlung auf der Dominsel entwickelte sich unter den schlesischen Piasten zu einem wichtigen Handels- und Verwaltungszentrum. Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt nach Zerstörungen durch den Mongoleneinfall neu angelegt und erhielt ein regelmäßiges Straßennetz mit dem großen Marktplatz als Mittelpunkt.

Im Laufe der Jahrhunderte gehörte Breslau nacheinander zum Königreich Böhmen, zur Habsburgermonarchie und seit 1741 zu Preußen. Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt stark und entwickelte sich zu einem bedeutenden Industrie-, Handels- und Wissenschaftszentrum. Die Universität prägte das geistige Leben; zugleich entstanden neue Wohnviertel, Bahnhöfe und repräsentative Bauten.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Breslau während der Belagerung der zur „Festung Breslau“ erklärten Stadt schwer zerstört. 1945 kam die Stadt zu Polen und erhielt den Namen Wrocław. Die deutsche Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben; gleichzeitig siedelten viele Polen aus den an die Sowjetunion gefallenen Ostgebieten hierher um. In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche historische Gebäude rekonstruiert. Heute zählt Wrocław zu den dynamischsten Großstädten Polens.

Sehenswürdigkeiten

Das Herz der Stadt ist der Rynek, einer der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas. Im Mittelpunkt steht das reich verzierte gotische Alte Rathaus. Rund um den Platz liegen farbige Bürgerhäuser, die Tuchhallen sowie zahlreiche Restaurants und Cafés. Direkt angrenzend befindet sich der kleinere Salzmarkt.

Die Dominsel Ostrów Tumski ist der älteste Teil Breslaus. Zu ihren wichtigsten Bauwerken gehören die Kathedrale St. Johannes der Täufer, die Heilig-Kreuz-Kirche und weitere historische Kirchen. Besonders am Abend, wenn die historischen Gaslaternen entzündet werden, besitzt das Viertel eine besondere Atmosphäre.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Universität Breslau mit der barocken Aula Leopoldina und dem Oratorium Marianum. Von der Mathematischen Turmterrasse bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt. Die monumentale Jahrhunderthalle von Max Berg gehört zum UNESCO-Welterbe und gilt als Meilenstein des modernen Stahlbetonbaus. In unmittelbarer Nähe liegen der Japanische Garten, der Zoo und das Afrikarium.

Typisch für Breslau sind außerdem die inzwischen mehreren hundert kleinen Zwergenfiguren, die im gesamten Stadtgebiet verteilt stehen. Sie erinnern ursprünglich an die oppositionelle Bewegung „Orange Alternative“ und sind heute zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.

Besuch

Für Altstadt, Dominsel und Universitätsviertel sollte mindestens ein voller Tag eingeplant werden. Mit Jahrhunderthalle, Zoo, Museen oder einem Spaziergang entlang der Oder sind zwei bis drei Tage sinnvoll. Das Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden; ein dichtes Straßenbahnnetz verbindet die weiter entfernten Stadtteile.

Orte in Polen

Warschau

Warschau (polnisch Warszawa) ist die Hauptstadt Polens und liegt beiderseits der Weichsel. Die Stadt verbindet eine sorgfältig rekonstruierte historische Mitte mit sozialistischer Monumentalarchitektur, modernen Hochhäusern, weitläufigen Parks und zahlreichen Museen. Ihre Geschichte ist geprägt von Aufstieg zur königlichen Residenz, Teilungen Polens, Besatzung und nahezu vollständiger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sowie einem außergewöhnlichen Wiederaufbau.

Geschichte

Warschau entstand im Mittelalter als kleinere Siedlung an der Weichsel und gewann seit dem 14. Jahrhundert an Bedeutung. Einen entscheidenden Entwicklungsschub erhielt die Stadt, als König Sigismund III. Wasa Ende des 16. Jahrhunderts seine Residenz von Krakau nach Warschau verlegte. Damit wurde Warschau zum politischen Mittelpunkt der polnisch-litauischen Adelsrepublik und entwickelte sich zu einer bedeutenden Residenz- und Handelsstadt.

Nach den Teilungen Polens Ende des 18. Jahrhunderts geriet Warschau zunächst unter preußische, später unter russische Herrschaft. Im 19. Jahrhundert war die Stadt mehrfach Zentrum polnischer Aufstandsbewegungen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Warschau 1918 wieder Hauptstadt des unabhängigen polnischen Staates.

Der Zweite Weltkrieg brachte eine nahezu vollständige Zerstörung. Nach dem deutschen Überfall auf Polen entstand in Warschau eines der größten jüdischen Ghettos Europas. Der Aufstand im Warschauer Ghetto 1943 und der Warschauer Aufstand 1944 gehören zu den zentralen Erinnerungsorten der Stadtgeschichte. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurde ein großer Teil der Stadt planmäßig zerstört. Nach 1945 rekonstruierte Polen insbesondere die Altstadt und das Königsschloss in außerordentlichem Umfang. Die wiederaufgebaute Altstadt gehört heute zum UNESCO-Welterbe.

Sehenswürdigkeiten

Im Zentrum der Altstadt liegt der Rynek Starego Miasta mit seinen farbigen Bürgerhäusern und der Warschauer Seejungfrau. Über enge Gassen gelangt man zum Schlossplatz mit der Sigismundsäule und dem rekonstruierten Königsschloss. Die Stadtmauer und die Barbakane markieren den Übergang zur Neustadt.

Der Königsweg führt vom Schlossplatz über Krakowskie Przedmieście und Nowy Świat nach Süden. Entlang der Strecke liegen unter anderem der Präsidentenpalast, die Universität, mehrere Kirchen und historische Palais. Weiter südlich schließen der Łazienki-Park mit dem Palast auf dem Wasser sowie der barocke Wilanów-Palast an.

Zu den wichtigsten Museen gehören das Museum des Warschauer Aufstands, das POLIN-Museum der Geschichte der polnischen Juden, das Nationalmuseum und das Chopin-Museum. Der Kultur- und Wissenschaftspalast aus den 1950er Jahren prägt bis heute die Skyline; inzwischen wird er von zahlreichen modernen Hochhäusern umgeben. Das revitalisierte Weichselufer mit Promenaden und Freizeitflächen zeigt die moderne Seite der Stadt.

Besuch

Für Altstadt, Königsschloss und Königsweg sollten mindestens zwei Tage eingeplant werden. Wer die großen Museen, Łazienki, Wilanów und moderne Stadtviertel intensiver besuchen möchte, sollte drei bis vier Tage vorsehen. Metro, Straßenbahn und Bus ermöglichen eine gute Erschließung der weitläufigen Stadt.

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