Gent

Gent liegt in Ostflandern an der Mündung von Leie (Lys) und Schelde – diese Flusslage ist der geografische Kern der Stadtgeschichte: Wasserwege, Umschlagplätze und später Kanäle banden Gent früh an das Handelsnetz der Nordsee und das Hinterland an. Gleichzeitig ist Gent bis heute Hafen- und Universitätsstadt und damit nicht nur „Altstadt-Kulisse“, sondern auch ein aktiver Wirtschaftsraum. 

Historisch gehörte Gent im Spätmittelalter zu den größten und reichsten Städten Nordeuropas, maßgeblich getragen vom Tuch- und Wollhandel und einer sehr selbstbewussten städtischen Bürgerschaft. Nach dem 16. Jahrhundert verlor die Stadt an internationaler Bedeutung, was paradoxerweise dazu beitrug, dass ein großer Teil des historischen Zentrums vergleichsweise geschlossen erhalten blieb. Ein Schlüsselwerk der Kunst- und Stadtgeschichte ist das Genter Altarbild (Lam Gods) in der St.-Bavo-Kathedrale, vollendet 1432 – eines der bekanntesten Werke der frühen niederländischen Malerei.

Zu den klassischen Zielen zählen der Bereich Graslei/Korenlei an der Leie als historischer Handels- und Speicherraum, die Burg Gravensteen als sichtbares Machtzeichen der Grafen von Flandern sowie die „drei Türme“ der Innenstadt (u. a. St.-Bavo-Kathedrale). Wer den modernen Gegenpol sehen will: Ein Blick auf den North Sea Port zeigt, wie stark Gent bis heute über Logistik und Industrie in internationale Warenströme eingebunden ist.

6. Januar 2026

Gent

Bilder aus Belgien

  • Antwerpen
    Antwerpen
  • Brügge
    Brügge
  • Leuven
    Leuven