Karlsruhe
Karlsruhe liegt am Oberrhein zwischen Schwarzwald, Kraichgau und Pfälzerwald und ist eine vergleichsweise junge Stadt mit einem ungewöhnlich planmäßigen Grundriss. Vom Schloss aus führen die Straßen fächerförmig in die Innenstadt – daher trägt Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“. Heute verbindet die Stadt badische Residenzgeschichte mit wichtigen Gerichten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und einer starken Kultur- und Technologieszene.
Geschichte
Karlsruhe wurde 1715 von Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach gegründet. Der Überlieferung nach soll ihm die Idee einer neuen Residenz während eines Jagdausflugs gekommen sein. Mittelpunkt der geplanten Stadt wurde das Schloss, von dessen Turm aus 32 Straßen und Alleen strahlenförmig in die Umgebung führen. Diese geometrische Anlage prägt das Stadtbild bis heute.
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich Karlsruhe zur Residenz und später zur Hauptstadt des Großherzogtums Baden. In dieser Zeit entstanden zahlreiche klassizistische Bauten, insbesondere unter dem Architekten Friedrich Weinbrenner. Marktplatz, Stadtkirche, Rathaus und Pyramide gehören zu den bekanntesten Zeugnissen dieser Epoche.
Mit der Industrialisierung wuchs Karlsruhe über den ursprünglichen Stadtgrundriss hinaus. Die Gründung des Polytechnikums im Jahr 1825, aus dem später das Karlsruher Institut für Technologie hervorging, machte die Stadt früh zu einem bedeutenden Wissenschaftsstandort. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karlsruhe Sitz zentraler Institutionen der Bundesrepublik: Seit 1951 befindet sich hier das Bundesverfassungsgericht, später kam der Bundesgerichtshof hinzu. Dadurch entwickelte sich Karlsruhe zur wichtigsten deutschen „Residenz des Rechts“.
Sehenswürdigkeiten
Das Karlsruher Schloss bildet den historischen Mittelpunkt der Stadt. Heute beherbergt es das Badische Landesmuseum. Vom Schlossturm lässt sich der charakteristische Fächergrundriss besonders gut erkennen. Hinter dem Schloss erstrecken sich Schlossgarten und Hardtwald, während sich auf der Stadtseite die zentrale Achse über Schlossplatz und Via Triumphalis bis zum Ettlinger Tor zieht.
Am Marktplatz stehen die evangelische Stadtkirche, das Rathaus und die Pyramide über der Grabstätte des Stadtgründers Karl Wilhelm. Weitere wichtige Ziele sind der Botanische Garten, die Staatliche Kunsthalle, das Naturkundemuseum und das Zentrum für Kunst und Medien, das in einer ehemaligen Industrieanlage untergebracht ist und international zu den bedeutenden Institutionen für Medienkunst zählt.
Ein eigener Besuch lohnt sich im älteren Stadtteil Durlach, der bereits Jahrhunderte vor Karlsruhe bestand und bis 1715 Residenz der Markgrafen war. Dort prägen Marktplatz, Karlsburg und enge Altstadtgassen das Bild. Vom Turmberg reicht der Blick über Karlsruhe, Rheinebene und bei klarer Sicht bis zu Pfälzerwald und Vogesen.
Besuch
Schloss, Innenstadt und ZKM lassen sich gut an einem langen Tag verbinden. Mit Durlach und Turmberg, Museen oder einem Spaziergang durch Schlossgarten und Hardtwald sind zwei Tage sinnvoll. Karlsruhe eignet sich zudem als Ausgangspunkt für Ausflüge in den nördlichen Schwarzwald, nach Ettlingen, Baden-Baden oder ins nahe Elsass.
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