Erfurt

Erfurt liegt im Herzen Thüringens und besitzt eine der am besten erhaltenen mittelalterlich geprägten Altstädte Deutschlands. Kaufmannshäuser, Kirchen, Klosteranlagen, Plätze und enge Gassen erzählen von der langen Geschichte als Handels-, Bischofs- und Universitätsstadt. Besonders bekannt sind die Krämerbrücke, der Domberg und das Augustinerkloster.

Geschichte

Erfurt wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt, als Bonifatius hier ein Bistum begründen ließ. Durch seine Lage an wichtigen Handelswegen entwickelte sich die Stadt im Mittelalter schnell zu einem bedeutenden Markt- und Handelsplatz. Der Handel mit Waid, einer Pflanze zur Gewinnung blauer Farbe, brachte Erfurt über Jahrhunderte großen Wohlstand.

Im Mittelalter gehörte Erfurt zu den größten Städten im mitteldeutschen Raum. 1392 wurde die Universität Erfurt gegründet, an der später auch Martin Luther studierte. Luther trat 1505 in das Augustinerkloster ein und lebte dort mehrere Jahre als Mönch. Die Reformation und die folgenden konfessionellen Auseinandersetzungen prägten die Stadt stark.

Im 17. Jahrhundert geriet Erfurt zunehmend unter den Einfluss des Mainzer Kurstaates. Die Zitadelle Petersberg wurde zu einer mächtigen Festungsanlage ausgebaut. Nach der napoleonischen Zeit kam Erfurt 1815 zu Preußen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Verwaltungs- und Industriestandort. Anders als viele andere deutsche Großstädte blieb die historische Altstadt im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise gut erhalten.

Sehenswürdigkeiten

Wahrzeichen Erfurts ist die Krämerbrücke, eine vollständig mit Häusern bebaute mittelalterliche Brücke über die Gera. Sie gehört zu den ungewöhnlichsten historischen Bauwerken Deutschlands. In den kleinen Häusern befinden sich heute Galerien, Werkstätten und Geschäfte.

Der Domplatz wird von dem monumentalen Ensemble aus Mariendom und Severikirche überragt. Eine breite Freitreppe führt zu beiden Kirchen hinauf. Im Dom befinden sich bedeutende mittelalterliche Kunstwerke und die große Glocke „Gloriosa“. Oberhalb des Domplatzes liegt die Zitadelle Petersberg mit weitläufigen Festungsanlagen und Aussichtspunkten über die Stadt.

Das Augustinerkloster ist eng mit Martin Luther verbunden und gehört zu den wichtigsten Orten der Reformationsgeschichte. Sehenswert sind außerdem Fischmarkt mit Rathaus und Renaissancehäusern, Anger, Alte Synagoge, mittelalterliche Mikwe und zahlreiche kleinere Kirchen. Die Alte Synagoge beherbergt heute eine Ausstellung zur jüdischen Geschichte Erfurts und zum berühmten Erfurter Schatz.

Besuch

Für Krämerbrücke, Domplatz, Altstadt und Augustinerkloster sollte ein voller Tag eingeplant werden. Mit Petersberg, Museen und jüdischem Erbe sind zwei Tage sinnvoll. Erfurt lässt sich zudem gut mit Weimar, Eisenach oder der Wartburg verbinden.

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