Nara-kōen – Nara

Nara-kōen, der Nara-Park, bildet das grüne Herz der historischen Stadt. Zwischen weitläufigen Wiesen, Waldwegen, Tempeln und Schreinen bewegen sich die berühmten frei lebenden Sikahirsche, die zu den Wahrzeichen Naras gehören.

Geschichte und Bedeutung

Der heutige Park wurde im späten 19. Jahrhundert als öffentliche Parkanlage ausgewiesen. Sein kulturhistorischer Charakter ist jedoch wesentlich älter: In seinem Umfeld liegen einige der wichtigsten religiösen Stätten der Nara-Zeit, darunter Tōdai-ji, Kōfuku-ji und Kasuga Taisha.

Die Hirsche

Die Sikahirsche gelten in der Tradition des Kasuga Taisha als Boten der Gottheiten. Heute leben mehrere hundert Tiere frei im Park und in angrenzenden Bereichen. Besucher können spezielle Hirschcracker kaufen; beim Füttern sollte man jedoch Abstand halten und die Tiere nicht bedrängen.

1880: ein öffentlicher Park in der Meiji-Zeit

Am 14. Februar 1880 wurde Nara-kōen offiziell eröffnet. Die Gründung gehört zur Einführung öffentlicher Parks im Japan der Meiji-Zeit. Ausgangspunkt waren Flächen im Umfeld des Kōfuku-ji; 1889 wurde das Parkgebiet wesentlich erweitert und bezog weitere Tempel- und Schreinbereiche sowie die Landschaft um Wakakusayama und Kasugayama ein. Die heutige Kulturlandschaft erhielt damit einen neuen öffentlichen Rahmen, obwohl ihre religiösen Orte viel älter sind. Präfektur Nara: Geschichte des Parks; Präfekturbibliothek Nara: historische Entwicklung.

Eine Kulturlandschaft zwischen Tempeln und Schrein

Tōdai-ji, Kōfuku-ji und Kasuga Taisha prägen gemeinsam das historische Umfeld des Parks. Sie gehören mit dem heiligen Kasugayama-Wald zu den Bestandteilen des UNESCO-Welterbes „Historische Monumente des alten Nara“. Die UNESCO würdigt das Zusammenspiel von Architektur, religiöser Tradition und Landschaft. Der öffentliche Park und das Welterbe sind dabei unterschiedliche Einheiten: Zum Welterbe zählen auch außerhalb des Parks gelegene Stätten. UNESCO: Historische Monumente des alten Nara.

Landschaft und Architektur gemeinsam lesen

Der Reiz von Nara-kōen entsteht aus dem Wechsel zwischen offenen Wiesen, Wald, Wegen und religiösen Bauwerken. Pagoden, Tempeltore und Schreinhallen gehören zu unterschiedlichen Anlagen und Bauphasen. Die Parkgeschichte umfasst außerdem gezielte landschaftliche Eingriffe: Die Präfektur verzeichnet beispielsweise Pflanzungen von Kirschbäumen und Ahorn auf früheren Tempelflächen im Jahr 1892. Das scheinbar natürliche Gesamtbild ist daher auch durch Pflege und Gestaltung entstanden. Zur historischen Gestaltung des Parks.

Für den Rundgang lohnt es sich, auf die Übergänge zu achten: von der städtischen Umgebung des Kōfuku-ji zu den großen Bauten des Tōdai-ji und weiter zu den bewaldeten Zugängen des Kasuga Taisha. So lassen sich die Sehenswürdigkeiten als Teile einer gewachsenen religiösen Landschaft wahrnehmen.

Besuch

Der Park ist ideal als verbindendes Element zwischen den großen Sehenswürdigkeiten Naras. Für einen Rundgang mit Tōdai-ji, Kōfuku-ji und Kasuga Taisha sollte man mehrere Stunden einplanen.