Charakter: Historisches Kanalviertel mit Garten, Museen und moderner Kaffeekultur
Highlights: Kiyosumi-Garten, Museum of Contemporary Art Tokyo, Fukagawa, Cafés
Kiyosumi-Shirakawa liegt im historischen Fukagawa östlich des Sumida. Das Gebiet war in Edo durch Kanäle, Lagerhäuser, Händler und Tempel geprägt. Die Wasserwege bestimmen bis heute den räumlichen Charakter des Viertels.
Kiyosumi-Garten
Der Landschaftsgarten entstand auf einem früheren Daimyō-Grundstück und wurde in der Meiji-Zeit von Mitsubishi-Gründer Iwasaki Yatarō weiterentwickelt. Teich, Steinsetzungen und Wege bilden einen ruhigen Gegenpol zur Innenstadt.
Kunst und Architektur
Das Museum of Contemporary Art Tokyo liegt am östlichen Rand des Viertels. Ehemalige Lager- und Gewerbebauten werden heute vielfach für Galerien, Ateliers und kreative Nutzungen verwendet.
Kaffeekultur
Seit den 2010er Jahren wurde Kiyosumi-Shirakawa für seine Spezialitätenröstereien und Cafés bekannt. Dadurch verbindet das Viertel Shitamachi-Strukturen mit einer jüngeren Design- und Gastronomieszene.
Charakter: Internationales Viertel mit Kunstmuseen, Hochhäusern und Nachtleben
Highlights: Roppongi Hills, Mori Art Museum, Tokyo Midtown, National Art Center
Roppongi war in der Edo-Zeit von Daimyō- und Samurai-Residenzen geprägt. Nach 1945 entwickelte sich das Viertel durch die Nähe zu amerikanischen Einrichtungen und Botschaften zu einem international geprägten Ausgeh- und Geschäftsviertel.
Roppongi Hills
Der Mori Tower bildet das Zentrum von Roppongi Hills. Dort befinden sich das Mori Art Museum sowie Aussichtsbereiche mit weitem Blick über Tokyo.
Tokyo Midtown und Museen
Tokyo Midtown verbindet Büros, Hotels, Geschäfte und Grünflächen. Gemeinsam mit dem National Art Center Tokyo und dem Suntory Museum of Art bildet es das sogenannte Art Triangle Roppongi.
Abends
Roppongi ist weiterhin für Bars, Clubs und Restaurants bekannt. Gleichzeitig hat sich das Viertel seit den 2000er Jahren stark als Standort für Architektur, zeitgenössische Kunst und hochwertige Gastronomie profiliert.
Highlights: Electric Town, Radio Kaikan, Yodobashi Akiba, Kanda Myōjin
Akihabara entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zu einem Zentrum für Radio- und Elektronikhandel. Mit dem Wandel der Unterhaltungselektronik wurde das Viertel seit den 1980er und 1990er Jahren zunehmend mit Computern, Games, Manga, Anime und Sammlerkultur verbunden.
Electric Town
Westlich des Bahnhofs konzentrieren sich Fachgeschäfte für Elektronik, Komponenten, Figuren, Retro-Games und Manga. Radio Kaikan zählt zu den bekannten Adressen für Sammler.
Große Händler und Popkultur
Yodobashi Akiba östlich des Bahnhofs steht für den modernen Elektronikhandel. Daneben prägen Themen-Cafés, Spielhallen und Anime-Shops das Straßenbild.
Kanda Myōjin
Der nahe Kanda Myōjin verbindet das moderne Akihabara mit älterer Stadtgeschichte. Der Schrein gehört zu den wichtigen Kultorten des früheren Edo und ist heute zugleich eng mit dem Technikviertel verbunden.
Ginza erhielt seinen Namen von einer Silbermünzstätte der frühen Edo-Zeit. Nach einem Großbrand 1872 wurde das Viertel mit Backsteinbauten und breiteren Straßen modernisiert und entwickelte sich zu einem Symbol der Meiji-Zeit und später der japanischen Konsumkultur.
Kaufhäuser und Handel
Mitsukoshi, Matsuya, Ginza Six und zahlreiche internationale Marken prägen das heutige Viertel. Das Wako-Gebäude mit seinem Uhrturm gehört zu den bekanntesten architektonischen Wahrzeichen.
Kabuki und Kultur
Das Kabukiza ist Tokyos wichtigstes Kabuki-Theater. Daneben besitzt Ginza eine hohe Dichte an Galerien, Designgeschäften, Restaurants und traditionsreichen Spezialläden.
Verbindung zu Tsukiji
Ginza lässt sich zu Fuß mit Tsukiji, dem Kaiserpalast und Nihombashi verbinden.
Charakter: Verkehrsknoten, Verwaltungszentrum und Unterhaltungsviertel
Highlights: Metropolitan Government Building, Shinjuku Gyoen, Kabukichō, Golden Gai, Isetan
Shinjuku entstand aus der Poststation Naitō-Shinjuku an der Kōshū Kaidō. Mit dem Ausbau der Eisenbahn entwickelte sich das Gebiet zu einem der größten Verkehrsknoten Tokyos. Heute treffen westlich des Bahnhofs Hochhäuser und Verwaltung auf Einkaufs-, Restaurant- und Vergnügungsviertel im Osten.
West-Shinjuku
Das Hochhausviertel entstand vor allem seit den 1970er Jahren. Wahrzeichen ist das Tokyo Metropolitan Government Building mit kostenlos zugänglichen Aussichtsplattformen.
Shinjuku Gyoen
Der große Park geht auf ein ehemaliges Anwesen der Familie Naitō zurück und verbindet japanische, englische und französische Gartenelemente. Besonders zur Kirschblüte und im Herbst gehört er zu den wichtigsten Grünanlagen der Innenstadt.
Kabukichō und Golden Gai
Östlich des Bahnhofs liegen Kabukichō, Omoide Yokochō und Golden Gai. Sie zeigen unterschiedliche Formen der Nachkriegs- und Unterhaltungskultur Tokyos. Das traditionsreiche Kaufhaus Isetan steht für die gehobene Konsumkultur Shinjukus.
Das Tokyo National Museum im Ueno-Park wurde 1872 gegründet und ist das älteste Museum Japans. Seine Sammlungen umfassen Kunst, Kunsthandwerk, Archäologie und historische Objekte aus Japan sowie aus weiteren Teilen Asiens.
Honkan – Japanische Galerie
Das Hauptgebäude zeigt einen chronologischen Überblick über japanische Kunstgeschichte. Zu sehen sind unter anderem buddhistische Skulpturen, Malerei, Kalligrafie, Lackarbeiten, Keramik, Schwerter und Rüstungen.
Weitere Gebäude
Das Tōyōkan widmet sich asiatischer Kunst, während die Gallery of Hōryūji Treasures bedeutende Objekte aus dem Umfeld des Hōryū-ji in Nara bewahrt. Sonderausstellungen ergänzen die Dauersammlungen.
Planung
Für einen konzentrierten Besuch sollte mindestens ein halber Tag eingeplant werden. Das Museum lässt sich besonders gut mit Ueno, Yanaka und Ameyoko kombinieren.
Charakter: Museums- und Parkviertel zwischen Kulturinstitutionen und Shitamachi
Highlights: Ueno-Park, Shinobazu-Teich, Tokyo National Museum, Ameyoko, Ueno Tōshō-gū
Ueno verbindet auf engem Raum mehrere Schichten der Tokyo-Geschichte. Das Gebiet lag am nordöstlichen Rand des alten Edo und wurde durch den Kan’ei-ji geprägt, der als wichtiger Tempel der Tokugawa-Herrschaft diente. Nach den Kämpfen von 1868 entstand auf Teilen des Tempelareals der heutige Ueno-Park.
Ueno-Park und Museen
Im Park liegen einige der wichtigsten Kulturinstitutionen Japans: das Tokyo National Museum, das National Museum of Nature and Science, das National Museum of Western Art und das Tokyo Metropolitan Art Museum. Der Shinobazu-Teich und der Ueno Tōshō-gū ergänzen die Museumslandschaft um Natur und Religion.
Ameyoko
Südlich des Bahnhofs liegt Ameyoko, ein lebhaftes Marktviertel entlang der Bahntrasse. Die Mischung aus Lebensmitteln, Mode, kleinen Restaurants und dichtem Straßenleben bildet einen starken Kontrast zur institutionellen Ruhe des Parks.
Der Sensō-ji ist der bekannteste Tempel Tokyos und das historische Herz von Asakusa. Seine Ursprünge werden traditionell auf das Jahr 628 zurückgeführt. Rund um die Tempelanlage entwickelte sich über Jahrhunderte ein dichtes Viertel aus Pilgerverkehr, Handel, Theater und Unterhaltung.
Kaminarimon und Nakamise
Der Weg zum Tempel beginnt meist am Kaminarimon mit seiner großen roten Laterne. Dahinter führt die Nakamise-dōri durch eine der ältesten Einkaufsstraßen der Stadt. Süßwaren, Reiskräcker, Fächer, Textilien und Souvenirs verbinden hier Tourismus mit einer langen Handelsgeschichte.
Tempelanlage
Hinter dem Hōzōmon liegen Haupthalle, Pagode und kleinere religiöse Gebäude. Unmittelbar benachbart befindet sich der Asakusa-Schrein, der shintōistische Tradition in denselben historischen Stadtraum einbindet.
Asakusa erleben
Besonders am frühen Morgen oder am Abend lässt sich die Anlage ruhiger erleben. Vom Sumida-Ufer sind Sensō-ji und Tokyo Skytree gut miteinander kombinierbar.
Der Kasuga Taisha liegt am östlichen Rand des Nara-Parks am Fuß des Kasugayama. Der Schrein ist eng mit der Fujiwara-Familie verbunden und zählt zu den wichtigsten Shintō-Heiligtümern Naras.
Geschichte
Der Schrein wurde im 8. Jahrhundert gegründet, als Nara Hauptstadt Japans war. Über Jahrhunderte wurde die Anlage regelmäßig erneuert und blieb eng mit dem politischen und religiösen Einfluss der Fujiwara verbunden.
Sehenswürdigkeiten
Besonders charakteristisch sind die zahlreichen Stein- und Bronzelaternen entlang der Wege und Gebäude. Die rot-weißen Schreinhallen liegen unmittelbar am Kasugayama-Urwald. Bei besonderen Festen werden viele der Laternen entzündet.
Fujiwara-Patronage und Kasuga-Kult
Die Schreingeschichte nennt Fujiwara no Nagate als Bauherrn der Anlage von 768 im Auftrag der Kaiserin Shōtoku. Verehrt werden hier Takemikazuchi, Futsunushi, Amenokoyane und Himegami. Die Erzählung, Takemikazuchi sei vom Kashima-Schrein zum heiligen Berg Mikasa gekommen, gehört zur religiösen Überlieferung des Schreins. Kasuga Taisha: Ursprung und Gottheiten.
Als Familienheiligtum der Fujiwara war Kasuga eng mit deren buddhistischem Familientempel Kōfuku-ji verbunden. Der Kasuga-Kult entwickelte sich über Jahrhunderte in diesem Zusammenspiel von Kami-Verehrung und Buddhismus. Die heutige klare institutionelle Trennung beider Heiligtümer entstand erst durch die Religionspolitik der frühen Meiji-Zeit. Kōfuku-ji zur historischen Verbindung mit Kasuga.
Kasuga-zukuri: die Architektur der Hauptheiligtümer
Kasuga-zukuri bezeichnet einen nach diesem Schrein benannten Bautyp kleiner Hauptheiligtümer. Charakteristisch sind der Eingang an der Giebelseite, ein geschwungenes Satteldach mit Zypressenrinde und ein Vordach über der Zugangstreppe. Gekreuzte Dachhölzer, Chigi, und quer auf dem First liegende Hölzer, Katsuogi, prägen die Silhouette. Der Begriff bezieht sich auf die Bauform der Heiligtümer; die gesamte Anlage umfasst daneben andere Gebäudetypen. JAANUS: Kasuga-zukuri.
Shikinen-zōtai: Bewahren durch regelmäßige Erneuerung
Im Rhythmus von 20 Jahren wird die Tradition des Shikinen-zōtai gepflegt. Die heutige Praxis umfasst Reparaturen an den Schreingebäuden, die Erneuerung von Kultgeräten und überlieferte Zeremonien. Sie lässt sich deshalb nicht pauschal als vollständiger Neubau aller Gebäude beschreiben. Die Erhaltung der Formen, die Pflege der Materialien und die Weitergabe rituellen Wissens gehören zusammen.
Auch die gestifteten Laternen erzählen von der Unterstützung des Heiligtums. Ihre große Zahl zeigt, dass die Verehrung weit über die ursprüngliche Fujiwara-Patronage hinausreichte. Zwischen zinnoberroten Stützen, weißen Wänden und den Dächern aus Zypressenrinde wird diese lebendige Erhaltungstradition besonders anschaulich. Kasuga Taisha zur periodischen Erneuerung und zu den Laternen.
Besuch
Kasuga Taisha lässt sich sehr gut mit einem Spaziergang durch Nara-kōen und einem Besuch des Tōdai-ji verbinden. Für Schrein und Wege sollte man etwa 60 bis 90 Minuten einplanen.
Naramachi ist das historische Stadtviertel südlich des modernen Zentrums von Nara. Schmale Straßen, traditionelle Machiya-Häuser, kleine Tempel, Werkstätten und Cafés vermitteln einen deutlich anderen Eindruck als die monumentalen Tempelanlagen im Nara-Park.
Geschichte
Das Viertel entwickelte sich auf dem Gelände des früheren Gangō-ji und wurde besonders in der Edo-Zeit von Kaufleuten und Handwerkern geprägt. Viele traditionelle Stadthäuser besitzen schmale Straßenfronten und langgestreckte Grundstücke.
Sehenswürdigkeiten
Zu den interessanten Zielen gehören erhaltene Machiya, kleine Museen, lokale Handwerksbetriebe sowie Gangō-ji. Gerade abseits der Hauptstraßen zeigt Naramachi eine ruhige, kleinteilige Seite der ehemaligen Kaiserstadt.
Gangō-ji: vom Tempelbezirk zum Stadtviertel
Der Gangō-ji führt seine Geschichte auf den Asuka-dera beziehungsweise Hōkō-ji zurück, dessen Gründung mit Soga no Umako und der frühen Förderung des Buddhismus verbunden ist. 718 entstand der Tempel in der neuen Hauptstadt Heijō-kyō. Der Bezug zur Soga-Familie gehört damit zur Vorgeschichte des Tempels. Mit seiner Übertragung nach Nara entwickelte er sich zu einem staatlich getragenen Heiligtum. Gangō-ji: Gründung und Verlegung; Gangō-ji: vom Familientempel zum staatlichen Tempel.
Als die ausgedehnte Tempelanlage im Laufe der Jahrhunderte schrumpfte, entstanden auf Teilen ihres früheren Geländes Wohnhäuser und Gewerbebauten. Das heutige Nebeneinander von Tempelresten, Gassen und Stadthäusern ist das Ergebnis dieses langen Wandels. Naras offizieller Reiseführer zur Entwicklung Naramachis.
Kaufmanns- und Handwerkerhaushalte der Edo-Zeit
In der Edo-Zeit war Naramachi ein wirtschaftliches Zentrum Naras. Läden und Werkstätten stellten unter anderem Tusche, Schreibpinsel, Leinenstoffe und Moskitonetze her oder handelten damit. Die Haushalte der Kaufleute und Handwerker prägten den Stadtteil durch die Verbindung von Erwerbsarbeit und Wohnen. Ihre Geschichte lässt sich besonders gut an den erhaltenen Häusern und Gewerbetraditionen ablesen. Eine gemeinsame Abstammung dieser Familien von einem bestimmten Adelsclan ist damit nicht belegt. Nara Prefecture: Handwerk und Handel in Naramachi.
Machiya: wie Wohnen und Arbeiten zusammenfanden
Die langgestreckten Machiya ordnen verschiedene Lebensbereiche hintereinander an: Zur Straße liegt der Geschäftsraum, Mise-no-ma, dahinter folgen weitere Zimmer und der rückwärtige Empfangsraum, Oku-no-ma. Ein erdgeschossiger Gang mit ungedieltem Boden, Tōri-niwa, verbindet die Straßenfront mit den hinteren Bereichen und kann zugleich Arbeits- und Küchenzone sein.
Innenhöfe bringen Licht und Luft in die tiefen Grundstücke. Hölzerne Gitter an der Fassade ermöglichen den Blick nach draußen und schützen zugleich die Privatsphäre. Tiefe Traufen fassen die Straßenräume zusammen und halten Regen von den Häusern fern. Ein niedriges Obergeschoss, Tsushi, diente häufig als Lager. Diese Details zeigen, wie genau die Bauweise auf Alltag und Gewerbe zugeschnitten war. Architekturführer zu den Machiya von Nara (PDF).
Besuch
Für einen Spaziergang sollte man etwa ein bis zwei Stunden einplanen. Naramachi lässt sich gut mit Kōfuku-ji und dem südlichen Bereich der Innenstadt verbinden.