Japan – Futamigaura 

Japan

Auf dem Weg von Ise nach Toba kann man einen interessanten Zwischenstop in Futamigaura einlegen. Die Attraktion dieser kleinen Stadt sind die „Vermählten Steine“ (meota iwa). Die zwei Steine symbolisieren Mann und Frau und werden über ein heiliges Band (shimenawa) miteinander verbunden. Alljährlich am 5. Januar wird das Band in einem Festakt gegen ein neues ausgetauscht.

Neben der Perleninsel Mikimoto gibt es in Toba eine weitere Attraktion – das Aquarium. Dieses bietet für ein teures Eintrittsgeld viele Meerestiere und Shows auf engem Raum.

Japan – Geschichte Heisei

Kaiser Mutsuhito gab seiner Regierungszeit den Namen Meiji (Erleuchtete Regierung) und verlegte die Residenz nach Edo, das, umbenannt in Tokyo (östliche Hauptstadt), 1868 Hauptstadt Japans geworden war. Gestützt auf einen Kreis fortschrittlich eingestellter Berater, von denen sich einige zu zeitweiligen Studien ins Ausland (USA und Europa) begaben, setzte er eine Reihe von Reformen durch, die zusammenfassend als die Meijirestauration bezeichnet werden.
Die Gesellschaftsordnung, das Rechtswesen, die Verwaltung, die Währung, das Heerwesen und der Kalender (1873 gregorianischer Kalender) wurden modernisiert, die allgemeine Schulpflicht, das neuzeitliche Postwesen, die Eisenbahn sowie weitere technische Neuerungen eingeführt. Dabei stieß die Regierung nur 1877 auf nennenswerten Widerstand. Im etwa acht Monate dauernden Satsuma-Aufstand sammelten sich die Gegner der Reform, Die Reformbewegung gipfelte in der Einführung der maßgeblich von Ito Hirobumi nach preußischem Vorbild ausgearbeitete Verfassung vom 11.02.1889, die Japan formell zur konstitutionellen Monarchie machte. 1890 wurde zwar das Parlament einberufen, doch konnte sich die parlamentarische Regierungsform aufgrund der starken Stellung von konstitutionell zu institutionalisierten Körperschaften wie z.B. dem „Rat der Älteren Staatsmänner“ (Genro) nicht durchsetzen. Daneben etablierte sich das Militär als von Exekutive und Legislative unabhängige Gewalt unterhalb der Souveränitätsebene des Kaisers.
Außenpolitisch suchte Japan eine Revision der seit 1854 mit den Westmächten geschlossenen ungleichen Verträgen zu erlangen. Diese Verhandlungen zeigten seit 1894 Erfolg, wozu auch Japans militärische Erfolge im Chinesisch-Japanischen Krieg (1894/95) beitrugen. Nach dem Frieden von Shimonoseki vom 17.4.1895 musste China die Unabhängigkeit Koreas anerkennen, Formosa und die Pescadores abtreten und eine hohe Kriegsentschädigung zahlen; auf die Halbinsel Liaodong mit Port Arthur musste Japan wegen Einspruchs Russlands, Deutschlands und Frankreichs verzichten. 1899 erreichte Japan die Aufhebung der Exterritorialität. 1900 beteiligte sich Japan als gleichberechtigter Partner an der Niederwerfung des Boxeraufstands in China. Nachdem sich Japan 1902 durch das Bündnis mit Großbritannien die diplomatische Rückendeckung gesichert hatte, begann es im Februar 1904 mit dem Überfall auf die russische Flotte in Port Arthur den Krieg gegen Russland, mit dem es seit 1903 wegen der Mandschurei in Verhandlungen stand (Russisch-Japanischer Krieg 1904/05). Der Friede von Portsmouth vom 5.9.1905 ließ Japan zwar ohne finanzielle Kriegsentschädigung, es erhielt aber die russischen Pachtrechte auf das Guangdong-Gebiet mit der südmandschurischen Bahnzone und die Südhälfte von Sachalin. Korea, das es 1905 seinem Protektorat unterstellt hatte, konnte Japan 1910 vollständig annektieren. Gleichzeitig einigte es sich mit Russland über die Aufteilung der Mandschurei in eine (nördliche) russische und eine (südliche) japanische Interessensphäre. So war Japan noch vor dem Ersten Weltkrieg zur Großmacht und zur anerkannten Vormacht in Ostasien geworden. Am 30.7.1912 starb Mutsuhito (genannt Meiji-Tenno) und sein Sohn Yoshihito (1879-1926) bestieg unter der Devise „Taisho“ (Große Gerechtigkeit) den Thron.Kaiser Mutsuhito gab seiner Regierungszeit den Namen Meiji (Erleuchtete Regierung) und verlegte die Residenz nach Edo, das, umbenannt in Tokio (östliche Hauptstadt), 1868 Hauptstadt Japans geworden war. Gestützt auf einen Kreis fortschrittlich eingestellter Berater, von denen sich einige zu zeitweiligen Studien ins Ausland (USA und Europa) begaben, setzte er eine Reihe von Reformen durch, die zusammenfassend als die Meijirestauration bezeichnet werden.
Die Gesellschaftsordnung, das Rechtswesen, die Verwaltung, die Währung, das Heerwesen und der Kalender (1873 gregorianischer Kalender) wurden modernisiert, die allgemeine Schulpflicht, das neuzeitliche Postwesen, die Eisenbahn sowie weitere technische Neuerungen eingeführt. Dabei stieß die Regierung nur 1877 auf nennenswerten Widerstand. Im etwa acht Monate dauernden Satsuma-Aufstand sammelten sich die Gegner der Reform, Die Reformbewegung gipfelte in der Einführung der maßgeblich von Ito Hirobumi nach preußischem Vorbild ausgearbeitete Verfassung vom 11.02.1889, die Japan formell zur konstitutionellen Monarchie machte. 1890 wurde zwar das Parlament einberufen, doch konnte sich die parlamentarische Regierungsform aufgrund der starken Stellung von konstitutionell zu institutionalisierten Körperschaften wie z.B. dem „Rat der Älteren Staatsmänner“ (Genro) nicht durchsetzen. Daneben etablierte sich das Militär als von Exekutive und Legislative unabhängige Gewalt unterhalb der Souveränitätsebene des Kaisers.
Außenpolitisch suchte Japan eine Revision der seit 1854 mit den Westmächten geschlossenen ungleichen Verträgen zu erlangen. Diese Verhandlungen zeigten seit 1894 Erfolg, wozu auch Japans militärische Erfolge im Chinesisch-Japanischen Krieg (1894/95) beitrugen. Nach dem Frieden von Shimonoseki vom 17.4.1895 musste China die Unabhängigkeit Koreas anerkennen, Formosa und die Pescadores abtreten und eine hohe Kriegsentschädigung zahlen; auf die Halbinsel Liaodong mit Port Arthur musste Japan wegen Einspruchs Russlands, Deutschlands und Frankreichs verzichten. 1899 erreichte Japan die Aufhebung der Exterritorialität. 1900 beteiligte sich Japan als gleichberechtigter Partner an der Niederwerfung des Boxeraufstands in China. Nachdem sich Japan 1902 durch das Bündnis mit Großbritannien die diplomatische Rückendeckung gesichert hatte, begann es im Februar 1904 mit dem Überfall auf die russische Flotte in Port Arthur den Krieg gegen Russland, mit dem es seit 1903 wegen der Mandschurei in Verhandlungen stand (Russisch-Japanischer Krieg 1904/05). Der Friede von Portsmouth vom 5.9.1905 ließ Japan zwar ohne finanzielle Kriegsentschädigung, es erhielt aber die russischen Pachtrechte auf das Guangdong-Gebiet mit der südmandschurischen Bahnzone und die Südhälfte von Sachalin. Korea, das es 1905 seinem Protektorat unterstellt hatte, konnte Japan 1910 vollständig annektieren. Gleichzeitig einigte es sich mit Russland über die Aufteilung der Mandschurei in eine (nördliche) russische und eine (südliche) japanische Interessensphäre. So war Japan noch vor dem Ersten Weltkrieg zur Großmacht und zur anerkannten Vormacht in Ostasien geworden. Am 30.7.1912 starb Mutsuhito (genannt Meiji-Tenno) und sein Sohn Yoshihito (1879-1926) bestieg unter der Devise „Taisho“ (Große Gerechtigkeit) den Thron.

Japan – Geschichte Meiji

Kaiser Mutsuhito gab seiner Regierungszeit den Namen Meiji (Erleuchtete Regierung) und verlegte die Residenz nach Edo, das, umbenannt in Tokio (östliche Hauptstadt), 1868 Hauptstadt Japans geworden war. Gestützt auf einen Kreis fortschrittlich eingestellter Berater, von denen sich einige zu zeitweiligen Studien ins Ausland (USA und Europa) begaben, setzte er eine Reihe von Reformen durch, die zusammenfassend als die Meijirestauration bezeichnet werden.
Die Gesellschaftsordnung, das Rechtswesen, die Verwaltung, die Währung, das Heerwesen und der Kalender (1873 gregorianischer Kalender) wurden modernisiert, die allgemeine Schulpflicht, das neuzeitliche Postwesen, die Eisenbahn sowie weitere technische Neuerungen eingeführt. Dabei stieß die Regierung nur 1877 auf nennenswerten Widerstand. Im etwa acht Monate dauernden Satsuma-Aufstand sammelten sich die Gegner der Reform, Die Reformbewegung gipfelte in der Einführung der maßgeblich von Ito Hirobumi nach preußischem Vorbild ausgearbeitete Verfassung vom 11.02.1889, die Japan formell zur konstitutionellen Monarchie machte. 1890 wurde zwar das Parlament einberufen, doch konnte sich die parlamentarische Regierungsform aufgrund der starken Stellung von konstitutionell zu institutionalisierten Körperschaften wie z.B. dem „Rat der Älteren Staatsmänner“ (Genro) nicht durchsetzen. Daneben etablierte sich das Militär als von Exekutive und Legislative unabhängige Gewalt unterhalb der Souveränitätsebene des Kaisers.
Außenpolitisch suchte Japan eine Revision der seit 1854 mit den Westmächten geschlossenen ungleichen Verträgen zu erlangen. Diese Verhandlungen zeigten seit 1894 Erfolg, wozu auch Japans militärische Erfolge im Chinesisch-Japanischen Krieg (1894/95) beitrugen. Nach dem Frieden von Shimonoseki vom 17.4.1895 musste China die Unabhängigkeit Koreas anerkennen, Formosa und die Pescadores abtreten und eine hohe Kriegsentschädigung zahlen; auf die Halbinsel Liaodong mit Port Arthur musste Japan wegen Einspruchs Russlands, Deutschlands und Frankreichs verzichten. 1899 erreichte Japan die Aufhebung der Exterritorialität. 1900 beteiligte sich Japan als gleichberechtigter Partner an der Niederwerfung des Boxeraufstands in China. Nachdem sich Japan 1902 durch das Bündnis mit Großbritannien die diplomatische Rückendeckung gesichert hatte, begann es im Februar 1904 mit dem Überfall auf die russische Flotte in Port Arthur den Krieg gegen Russland, mit dem es seit 1903 wegen der Mandschurei in Verhandlungen stand (Russisch-Japanischer Krieg 1904/05). Der Friede von Portsmouth vom 5.9.1905 ließ Japan zwar ohne finanzielle Kriegsentschädigung, es erhielt aber die russischen Pachtrechte auf das Guangdong-Gebiet mit der südmandschurischen Bahnzone und die Südhälfte von Sachalin. Korea, das es 1905 seinem Protektorat unterstellt hatte, konnte Japan 1910 vollständig annektieren. Gleichzeitig einigte es sich mit Russland über die Aufteilung der Mandschurei in eine (nördliche) russische und eine (südliche) japanische Interessensphäre. So war Japan noch vor dem Ersten Weltkrieg zur Großmacht und zur anerkannten Vormacht in Ostasien geworden. Am 30.7.1912 starb Mutsuhito (genannt Meiji-Tenno) und sein Sohn Yoshihito (1879-1926) bestieg unter der Devise „Taisho“ (Große Gerechtigkeit) den Thron.

Japan – Geschichte Edo

Am 14.03.1603 wurde Tokugawa Ieyasu zum Shogun ernannt. Er blieb aber im Kanton-Gebiet, in seiner Residenz in Edo. Ieyasus Rücktritt 1605 änderte nichts an seiner politischen Aktivität und seinem Einfluß. Eine neue Zentralverwaltung aufzubauen, hatte schon Toyotomi Hideyoshi begonnen, aber erst Ieyasus Enkel Tokugawa Iemitsu (3. Shogun 1623-51) schloß diese Arbeiten ab: nächst dem Shogun standen zwei Ratsgremien (Roju und Wakadoshiyori), zeitweilig unter einem Präsidenten, die Ressortchefs und die Verwalter großer Städte und Festungen waren ihnen unterstellt. Mit einem ausgefeilten Kontrollsystem wurden sowohl die Daimyo als auch das einfache Volk, zu Gruppen von je 5 Familien zusammengefaßt, überwacht. Seit 1635 mußten sich die Landesherren jedes zweite Jahr in Edo aufhalten (sankin kotai), ihre Familien wohnten dort ständig.

Die christliche Mission (1549 durch den spanischen Jesuiten Franz Xaver begonnen) und die Auslandsbeziehungen entwickelten sich ziemlich ungestört. Das Christentum wurde anfangs als Gegengewicht gegen den Buddhismus geduldet, bei seinem Feldzug gegen Shimazu Yoshihisa 1587 hatte Toyotomi Hideyoshi jedoch die Ergebnisse des Wirkens christlicher Missionare gesehen, damals gab es auf Kyushu etwa 125000 Christen. Er verwies die Geistlichen des Landes, griff aber nicht streng durch. 1614 verbot Ieyasu die Konversion Adliger und wies die Missionare erneut aus. Zu seinen Beratern gehörten der portugisische Jesuit Joao Rodrigues Girao (1561-1634) und der Engländer Williams Adams (1564-1620). 1609 wurde den Niederländern die Eröffnung einer Faktorei in Hirado erlaubt, 1613 den Engländern.
Mit der Belagerung der Burg Osaka (1614-1615), dem Sitz von Toyotomi Hideyoshis Sohn Hideyori, beseitigte Ideyasu die letzten Rivalen. Am 4.6.1615 fiel die Burg, Hideyori beging Selbstmord, sein Sohn wurde 14 Tage später hingerichtet. Tokugawa Ieyasu starb ein Jahr später und sein Sohn und sein Enkel führten zwar seine Innenpolitik fort, außenpolitisch kam es jedoch zur Isolierung des Landes (sakoku). Der Christenaufstand von Shimabara 1637/38 löste eine Christenverfolgung aus und diente als Begründung für die Abschließung, Japaner durften das Land nicht mehr verlassen, die Portugiesen erhielten 1639 Einreiseverbot. Fortan durften nur Niederländer in Japan landen. 1641 wurde ihne die künstliche Insel Dejima im Hafen von Nagasaki als ausschließlicher Aufenthaltsort zugewiesen, wo sie bis 1854 grundsätzlich von den Einheimischen isoliert ihren Handel trieben. Von hier aus vermittelten sie europäisches Wissen nach Japan und Kenntnisse über Japan nach Europa.

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts begann ein wirtschaftlicher Aufschwung, eine städtisch-bürgerliche Kultur entstand. Während der Genroku-Zeit (1688-1704), unter dem gelehrten Shogun Tsunayoshi (5. Shogun 1680-1709), erlebte das Land wissenschaftlich und künstlerisch eine neue Blüte, aber auch einen finanziellen Rückschlag. Die Münzverschlechterung führte zu Preissteigerungen, die vor allem die Landbevölkerung und die wenig begüterten Samurai betrafen. Arai Hakuseki (1657-1725), Berater der beiden folgenden Shogune, suchte erfolglos die Finanzen zu stabilisieren, u.a. durch die Beschränkung des Außenhandels. Auch Tokugawa Yoshimune (8. Shogun 1716-1745), ein tatkräftiger und aufgeschlossener Politiker, konnte wirtschaftlich keine nachhaltigen Verbesserungen erzielen. Nach 1751 setzte allmählich auf allen Gebieten ein Rückgang ein, nur kurz unterbrochen durch die Amtszeit von Matsudaira Sadanobu. Literatur, Wissenschaft und bildende Kunstbrachten wieder Meisterwerke hervor, aber nicht mit Nara/Kyoto sondern Edo als Zentrum.

Mizuno Tadakuni (1794-1851) konnte den wirtschaftlichen Rückgang zunächst aufhalten. Das Auftauchen fremder Schiffe verursachte allerdings Probleme. Wiederholt war es an der japanischen Küste zu Zusammenstößen mit Angehörigen fremder Staaten gekommen, bevor die Amerikaner 1846 erstmals in der Bucht von Edo erschienen und die Öffnung Japans verlangten. Aber erst Commodore Matthew Calbraith Perry (1794-1858), der bereits 1853 mit vier Kanonenbooten in der Bucht von Tokio erschienen war, erzwang bei seinem zweiten Besuch in dieser Bucht mit einem größeren Geschwader den Vertrag von Kanagawa (31.3.1854) zur Öffnung von zwei Häfen für Handel und Versorgung. Bald darauf wurden ähnliche Verträge mit anderen Staaten abgeschlossen (mit Preußen am 24.1.1861). Das Handelsabkommen mit den USA (1858) spitzt die Lage aber weiter zu und verursachte eine schwere innenpolitische Krise. Als der Tairo (höchstes Amt unter dem Shogun) Ii Naosuke (1815-1860) Tokugawa Yoshinobu bei der Neubesetzung der Shogunatsleitung überging, spitzte sich die Lage weiter zu. Den blutigen Auseinandersetzungen fiel auch dieser Tairo zum Opfer. Allmählich setzte sich eine Gruppe durch, die eine Neuordnung der innenpolitischen Verhältnisse unter dem wieder in seine alten Rechte eingesetzten Kaiser herbeiführen wollten. Auch die Aufrechterhaltung der ohnehin nur noch unvollkommenen Abschließung des Landes war inzwischen von vielen als undurchführbar erkannt worden. Die vereinigte militärische Macht der Lehen Satsuma, Choshu und Tosa bemächtigten sich 1867 der kaiserlichen Hauptstadt Kyoto und zwang den nun eingesetzten Tokugawa Yoshinobu (15. Shogun 1867/68) zur Rückgabe der Regierungsgewalt an den Kaiser Mutsuhito (Tenno 1867-1912). Am 3.1.1868 bildete der Kaiser eine provisorische Regierung und nahm das Rücktrittsgesuch des Shogun an.

Japan – Geschichte Azu-Momoyama

Nach der Unterwerfung einer letzten ihn bedrohenden Koalition unternahm Oda Nobunaga einen Westfeldzug, als er von einem seiner Heeresführer überfallen und getötet wurde. Sein Feldherr Toyotomi Hideyoshi (1536-1598) schloß jedoch die Unternehmungen erfolgreich ab. 1587 unterwarf er Shimazu Yoshihisa (1533-1611) in Satsuma, 1590 Date Masamune (1567-1636) sowie einen weiteren Landesherren im Osten Japans. Er beherrschte nun ganz Japan, das Kanton-Gebiet im Osten übertrug er Tokugawa Ieyasu (1543-1616). 1592 begann Hideyoshi mit der Landung bei Pursan in Korea einen Eroberungskrieg gegen China, mußte seine Truppen nach anfänglichen Erfolgen aber wieder an die Küste zurückziehen. Nach erfolglosen Friedensverhandlungen entsandte er 1597 wieder ein Heer nach Korea, dieses wurde aber im folgenden Jahr nach Hideyoshi’s Tod zurückberufen.
Toyotomi Hideyoshi führte Nabunagas Werk auch beim Ausbau der Verkehrswege und in der Landvermessung fort. Der Aufbau der feudalen Sozialordnung wurde 1588 eingeleitet mit der Trennung der Krieger vom Bauernstand in der „Schwertjagd“ und der Entwaffnung der „Nichtkrieger“ (Bauern, Mönche). 1591 erfolgte die Trennung von Handwerkern und Kaufleuten. Außerhalb der 4 Stände der Samurai, Bauern, Handwerker und Kaufleute (Shi, No, Ko, Sho) standen der Hofadel (Kuge) und die „Nicht-Menschen“ (Hinin). Der Staats- und Kriegsdienst blieb den Samurai vorbehalten, sämtliche entehrenden Arbeiten waren den außerhalb der Sozialordnung angesiedelten Eta zugeteilt. Vor seinem Tode (18.9.1598) suchte Hideyoshi die Nachfolge für seinen Sohn zu sichern. In diesem Zusammenhang erregte Tokugawa Ieyasus Verhalten Mißtrauen und einige Daimyo verbündetetn sich gegen ihn. In der Schlacht bei Sekigahara am 21.10.1600 blieb er Sieger und war bald darauf uneingeschränkter Herr im Lande.

Japan – Geschichte Muromachi

Kaiser Godaigo entsandte 1335 zur Sicherung seiner Herrschaft Ashikaga Takauji nach Kamakura, musste aber gegen ihn, der abermals die Fronten wechselte und in Kamakura blieb, wieder Truppen schicken. Takauji konnte die Kaiserlichen schlagen und setzte Komyo als neuen Nordkaiser ein (2. Nordkaiser 1336-48). Godaigo floh nach Yoshino und gründete den „Südlichen Hof“. Damit begann die Zeit des Nördlichen und Südlichen Kaiserhofes (Namboku-cho jidai). Da Godaigo die Symbole der kaiserlichen Macht mit sich führte, galt seine Linie als die rechtmäßige. Ashikaga Takauji wurde am 24.9. 1338 zum Shogun ernannt und der Bezirk Muromachi in Kyoto wurde Sitz der Militäradministration. Der Südhof verlor immer mehr Anhänger und 1392 sah sich sein letzter Kaiser gezwungen den Nordkaiser Gokomatsu (6. Nordkaiser, 100. Tenno der Hauptlinie 1392-1412) anzuerkennen. Ashikaga Yoshimitsu förderte die Künste und war politisch geschickt im Umgang mit dem Kaiserhof, den mächtigen Vasallen und der Geistlichkeit und er konnte seine inneren Gegner ausschalten. Allerdings ging seine Staats- und Finanzverwaltung als eine der schlechtesten in die japanische Geschichte ein, die Finanzlage der Shogune verschlechterte sich. Unter Ashikaga Yoshimasa (Shogun 1443-74), der sich mehr seiner Sammelleidenschaft und der Teezeremonie zuwandte, brach der elfjährige Oninkrieg (1467-77) aus. Auch nach seinem Ende dauerten Fehden und Feldzüge an und Chaos herrschte für weitere 100 Jahre. Während dieser Zeit wurden viele territoriale und politische Konstellationen verändert, die Stellung der Shogune war geschwächt, es war die „Zeit der kämpfenden Länder“. 1542/43 landeten die Portugiesen als erste Europäer in Japan, aber trotz der damit bekannt gewordenen Feuerwaffen gab es keine Veränderungen. Der mächtigste Führer Ost-Japans Oda Nobunaga (1534-82) setzte sich mit einer Reihe gut geplanter Feldzüge durch und der letzte Ashikaga-Shogun musste fliehen. Damit hörte des Muromachi-Shogunat am 15.8.1573 auf zu bestehen.

Japan – Geschichte Kamakura

Noch während des Bürgerkrieges hatte Minamoto no Yorimoto begonnen, seine eigene Administration in Kamakura aufzubauen. Immer mehr Krieger stießen zu ihm. Nach dem Sieg 1185 setzte er in allen Provinzen Militärgouverneure ein und legte die Grundlagen für eine feudalistische Staatsorganisation. Mit seiner Ernennung zum Shogun 1192 begann formell das erste Shogunat. Der Kaiser in Kyoto war nun entmachtet und lediglich seine Unterschrift zur Bestallung der Shogune war erforderlich. Diese Art der gegenseitigen Abhängigkeit sicherte den Fortbestand des Kaiserhofes während der folgenden 700 Jahre Kriegerherrschaft.

Yorimoto starb 1199 und mit dem Tod seines Sohnes starb diese Linie aus. Nach Kamakura holte man nun Shogune aus der Fujiwara-Familie und vom Kaiserhof. Bemühungen des Hofes die Regierungsgewalt zurückzuerlangen, scheiterten. Am spektakulärsten war der Versuch von 1221. Zur Zeit Yasutokis stieg das Ansehen des Shogunats, ebenso unter seinem Urenkel Hojo Tokimune (Shikken 1268-84), der die Mongoleninvasion abwehrte. Kublai Khan fiel mit starken Verbänden 1274 und 1281 in Kyushu ein. Er scheiterte beide Male. Unter den Führern Kamakuras kam es schließlich durch die Misswirtschaft Hojo Takatokis (Shikken 1316-26) zu Zerwürfnissen. Das erleichterte es Kaiser Godaigo (96. Tenno 1318-39), zum Aufstand gegen die Hojos aufzurufen. Thronfolgestreitigkeiten hatten aber auch zum Bruch innerhalb des Kaiserhauses geführt und Kogon wurde zum Gegenkaiser eingesetzt (1. Nordkaiser 1331-33). Ashikaga Takauji (1305-58) wurde mit Hojo-Truppen gegen Godaigo gesandt, wechselte aber die Front und eroberte im Juni 1333 für Godaigo Kyoto. Kamakura fiel einen Monat spaeter. Das Kamakura-Shogunat brach zusammen und die führenden Hojo begingen Selbstmord.

Japan – Geschichte Heian

Diese Periode ist nach der 794 zur Hauptstadt ernannten Stadt benannt. Kaiserliche Residenz blieb die später Kyoto genannte Stadt bis 1869, als der Monarch nach Edo (Tokio) übersiedelte.
Kaiser Kammu hatte den Kaiserhof nach Heian-kyo verlegen lassen und er war einer der kraftvollsten Herrschergestalten Japans. Er reorganisierte das Heer, was wahrscheinlich auch durch die wiederholten Feldzüge gegen die Emishi (Anui) im Norden der Hauptinsel nötig geworden war. Die Kontrolle der Lokalverwaltungen war zu seiner Zeit sehr streng, auch schritt er gegen das Anwachsen des steuerfreien, privaten Großgrundbesitzes ein, besonders gegen den der Tempel. Aber schon unter seinen Söhnen erlitten Macht und Ansehen seines Thrones Einbußen, durch eine geschickte Intrige leitete 842 Fujiwara no Yoshifusa (804-872) die beschleunigte Entmachtung des Kaiserhauses ein. 866 wurde Fujiwara no Yoshifusa zum Regenten ernannt.

Kulturell wurde ein weiterer Höhepunkt erreicht. In der Literatur herrschte noch das Chinesisch vor, in dieser Sprache erschienen Anthologien: das Handbuch Shinsen shojiroku (814) und der offizielle Kommentar zum Taihocodex (833), ebenso die dritte der Reichsgeschichten (841/42). An der staatlichen Hochschule in Kyoto wurden die Führungskräfte ausgebildet, der Gründer der buddhistischen Shingon-Schule, Kukai (774-835) eröffnete 829 eine Privatschule. Saicho gründete die buddhistische Tendai-Schule mit dem Tempel Enryaku-ji auf dem Berg Hiei.

Sei dem 10. Jahrhundert gewannen die Krieger immer mehr an Einfluß. 967 war die Position der Fujiwara so weit gefestigt, daß sie bis 1868 eine der bedeutendsten Hoffamilien blieben. Herausragend unter ihnen war Fujiwara no Michinaga (966-1028). Er leitete die Regierungsgeschäfte von seiner privaten Hauskanzlei aus, die staatlichen Verwaltungsorgane verloren ihre Funktion weitgehend. Allerdings war Michinagas Regentschaft militärisch geschwächt, so daß er zum Schutz des Hofes und der Hauptstadt der Hilfe des Schwertadels bedurfte. Hierin änderte sich auch nichts unter den nächsten Regenten und Kaisern. 1029 schützten Einheiten der Familie Taira die Hauptstadt.

Kyoto wurde von über 3000 Mönchssoldaten vom Kloster auf dem Berg Hiei bedrängt, die großen Tempel unterhielten zu dieser Zeit Bewaffnete, ungeachtet des buddhistischen Gebotes nicht zu töten. Die Kaiser versuchten mehrfach sich von der Vormundschaft der Regenten zu befreien. Das gelang 1087, indem Kaiser Shirikawa (72. Tenno 1073-87) zurücktrat und sich als Exkaiser eine Hofhaltung mit eigenem Verwaltungsapparat aufbaute. Daraus entwickelte sich die Regierungsform der Exkaiser (bis in das 13. Jh. hinein), wodurch der Autoritätsabbau zwar fortgesetzt wurde, dem Hof aber einstweilen Reste der Macht blieben. Stets war die Unterstützung durch den vom Hofadel (Kuge) im Grunde genommen verachteten Schwertadel (Buke) notwendig. Der Hof verpflichtete zunächst die Familie Minamoto, indem er ihnen Privilegien in den Provinzen einräumte und Titel verlieh. In der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erstarkten die Taira: Taira no Kiyomori (1118-1181) hatte sich im Dienst für den Exkaiser das Monopol für den Chinahandel gesichert und kontrollierte die Schifffahrt in der Inlandsee. Es kam bald zu komplizierten Frontbildungen in der Hauptstadt. Innerhalb des Kaiserhauses ergaben sich Gegensätze durch die Existenz mehrerer Exkaiser. Dadurch entstanden Zwistigkeiten auch unter den Fujiwara. Und zuguterletzt standen die Schwertadelsfamilien der Taira und der Minamoto natürlich in gegnerischen Lagern. Am 19.1.1160 putschten die Minamoto, sie setzten Kaiser und Exkaiser gefangen, konnten sich aber dann nicht behaupten. Taira no Kiyomori schlug die Minamoto und festigte seine Position. Er zog aber den Unbill vieler auf sich, und die Minamoto riefen wieder zum Aufstand gegen ihn auf. Der verbannte Minamoto no Yoritomo folgte diesem Aufruf und sammelte Truppen. Damit begann der Bürgerkrieg (Gempeikrieg), in dessen Folge die Taira die Vorherrschaft verloren. Das organisatorische Geschick und die taktische Begabung des Minamoto no Yoshitsune (Yoritomos Halbbruder) brachte die Taira in arge Bedrängnis und die Kämpfe endeten mit der Seeschlacht von Dannoura, mit einem großen Sieg der Minamoto am 25.4.1185.

Japan – Geschichte Nara

Kaiserin Gemmei (43. Tenno 707-715) ordnete die Verlegung der Residenz nach Heijo-kyo (heutiges Nara) an. Diese nach chinesischem Vorbild errichtete Stadt wurde 710 die erste ständige Hauptstadt Japans. Auf Weisung der Kaiserin entstanden die ältesten erhaltenen Denkmäler der japanischen Literatur, an deren Schaffung Fujiwara no Fuhito entscheidend beteiligt war. Zu den Schriften dieser Zeit gehörten die Chronik (Kojiki, 712) und die Provinzbeschreibungen (Fudoki, 713). Hinzuzufügen sind eine Revision des Taihocodex (718) sowie die erste der offiziellen „Sechs Reichsgeschichten“ (Rikkokushi), die Nihon-shoki. Steigender Wohlstand des höfischen Adels führte zur kulturellen Blüte: Kaiser Shomu (45. Tenno 724-749) errichtete den Tempel Todai-ji mit der großen Buddhastatue (geweiht 752).

Der Einfluss des buddhistischen Klerus auf das politische Geschehen war sehr stark geworden. Dies wurde deutlich am Emporkommen des Priesters Dokyo. Dies war wohl mitentscheidend dafür, dass Kaiser Kammu (50. Tenno 781-806) den Hof aus der Nähe des Geistlichkeit entfernen wollte und eine Verlegung seiner Residenz einleitete. 784 siedelte er nach Nagaoka über, aber schon 793 bereitete der Kaiser eine abermalige Verlegung vor: Beim Dorf Uda sollte die neue Hauptstadt Heian-kyo entstehen.

Japan – Geschichte Yamato

Durch Eroberungszüge wurden die japanischen Teilstaaten um 400 n.Chr. zum Staat Yamato vereinigt, in dem die zusammengefaßten Teilstaaten aber trotz des chinesischen Einflusses ihre alte soziale Struktur behielten, die Organisation des Staates als Verband einiger großer Familien. Zu dieser Zeit kam es auch zu Kämpfen mit dem König von Koguryoo, im Bündnis mit dem koreanischen Königreich Paekche. Japanische Herrscher kontrollierten einige Zeit das Gebiet Mimana im Süden der koreanischen Halbinsel.

Im 5. Jahrhundert hatte man den Gebrauch der chinesischen Schriftzeichen erlernt, die japanischen Chroniken wurden aber erst im 7. Jh. etwas zuverlässiger. Im 6. Jahrhundert kam der Buddhismus über Korea nach Japan. Der König des koreanischen Reiches Paekche sandte eine Buddhastatue und buddhistische Schriften. Da sich diese neue Religion im starken Gegensatz zur einheimischen Religion, dem Schintoismus, befand, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Folge die Befürworter des Buddhismus die politische Macht innehatten. Die Reformer um Soga no Umako hoben als 33. Tenno Suiko (593-628) auf den Thron, eine Nichte Umako’s, und beriefen den Kronprinzen Shotoku-Taishi zum Regenten. Letzterer förderte den Buddhismus, er gründete den Tempel Horyuji und gilt als Initiator vieler Reformen: die Regierung wurde umgebildet, Verwaltungseinrichtungen geschaffen, die chinesische Zeitrechnung eingeführt, Chroniken angelegt und der Gesandtenaustausch mit China intensiviert. Er gilt auch als der Autor der „Verfassung in 17 Artikeln“ von 604. Nach seinem Tod 626 führten die Gegensätze zwischen seinen Nachkommen und dem Kreis um den nachfolgenden Kaiser Tenji (38. Tenno 661-672) zu einem Staatsstreich, 645 wurden die Angehörigen der Familie Soga erschlagen oder ausgeschalten und die Kaiserin Kogyoku (35. Tenno 642-645) zum Rücktritt veranlasst. Die folgenden Taikareformen führten die Umgestaltungen im Sinne Shotokus fort. Ziel war der Aufbau einer zentralistischen Verwaltung nach chinesischem Vorbild. Der Boden wurde Staatseigentum und konnte daher den Familien periodisch zur Bewirtschaftung zugewiesen werden. Das Recht wurde kodifiziert, das Staatswesen geordnet und vieles mehr. Die Gliederung des Adels erfuhr unter Kaiser Temmu (40. Tenno 672-686) einschneidende Veränderungen. Sein Enkel Mommu (42. Tenno 697-707) brachte diese Reformen in einem System zum Abschluß. Im Taihocodex (701), der in einer kommentierten Variante von 833 fast vollständig erhalten ist, wurden alle öffentlichen und viele private Bereiche geregelt. Maßgeblich an dieser Kodifizierung war auch Fujiwara no Fuhito (659-720) beteiligt, Sohn des Ahnherren der Familie, Fujiware no Kamatari. Die Spitze der Administration bildeten das Großkanzleramt und die acht Ministerien, das Reich war in 66 Provinzen mit 592 Distrikten gegliedert. Der nun gültige Stellenplan für Beamte und Angestellte umfaßte insgesamt mehr als 10.000 Positionen und galt in dieser Form de facto übrigens bis 1870.

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