Japan – Geschichte Yamato
Yamato- und Kofun-Zeit – Entstehung des frühen japanischen Staates
Zwischen dem 3. und 7. Jahrhundert formierte sich in der Kinai-Region um das heutige Nara und Osaka ein Herrschaftszentrum, das zunehmend andere regionale Eliten an sich band. Die riesigen schlüssellochförmigen Hügelgräber – kofun – sind die sichtbarsten Zeugnisse dieser Epoche. Aus dem Yamato-Hof entwickelte sich langfristig das japanische Kaisertum.
Machtzentrum
Kinai-Region um Nara und Osaka.
Prägende Familien
Soga, Mononobe und Nakatomi/Fujiwara.
Schlüsselthemen
Buddhismus, Schrift, Staatsbildung und Ritsuryō-Ordnung.
Schlüsselmomente
- 3.–5. Jh.: Bau monumentaler Kofun und Ausbildung regionaler Herrschaftsnetzwerke.
- 538 oder 552: traditionelle Datierungen für die offizielle Einführung des Buddhismus.
- 587: Sieg des Soga-Clans über die Mononobe.
- 592–622: Zeit von Kaiserin Suiko und Prinz Shōtoku.
- 645: Isshi-Zwischenfall und Beginn der Taika-Reformen.
- 672: Jinshin-Krieg um die Thronfolge.
Die großen Familien am Yamato-Hof
Soga
Der Soga-Clan gewann im 6. Jahrhundert enormen Einfluss, förderte den Buddhismus und verband sich durch Heirat eng mit dem Herrscherhaus.
Mononobe & Nakatomi
Beide Familien verteidigten traditionelle Hofkulte und standen der schnellen Ausbreitung des Buddhismus zunächst kritisch gegenüber.
Nakatomi / Fujiwara
Nakatomi no Kamatari unterstützte 645 den Sturz der Soga. Seine Nachkommen wurden als Fujiwara zur mächtigsten Adelsfamilie der Heian-Zeit.
Prinz Shōtoku und die Orientierung am Kontinent
Prinz Shōtoku gilt in der Überlieferung als Schlüsselfigur der frühen Staatsbildung. Ihm werden die Förderung des Buddhismus, eine Rangordnung am Hof und die sogenannte „17-Artikel-Verfassung“ zugeschrieben. Gesandtschaften zur Sui-Dynastie sollten Wissen über Verwaltung, Religion und Kultur gewinnen; chinesische Schriftzeichen wurden für Verwaltung und Diplomatie unverzichtbar.
Taika-Reformen und Jinshin-Krieg
645 ließ Prinz Naka no Ōe, der spätere Tennō Tenji, gemeinsam mit Nakatomi no Kamatari den mächtigen Soga no Iruka töten. Die anschließenden Reformen sollten Land, Steuern und Verwaltung stärker dem Hof unterstellen.
Nach Tenjis Tod kam es 672 zum Jinshin-Krieg. Prinz Ōama besiegte seinen Rivalen Prinz Ōtomo und bestieg als Tennō Tenmu den Thron. Der Sieg stärkte die zentrale Monarchie und bereitete die spätere Ritsuryō-Ordnung vor.
Vom König zum Tennō
In dieser Epoche wandelte sich die Herrschaftsideologie grundlegend. Der Titel Tennō – „Himmlischer Herrscher“ – setzte sich durch, ebenso die Vorstellung eines stärker zentralisierten Reiches.