Japan – Geschichte Muromachi

Muromachi-Zeit – Ashikaga, Bürgerkrieg und Aufstieg der Daimyō

Die Muromachi-Zeit begann mit dem Aufstieg Ashikaga Takaujis, der in Kyoto ein neues Shōgunat errichtete. Die Ashikaga regierten weniger zentralisiert als die Hōjō zuvor. Mächtige Provinzfürsten gewannen zunehmend Eigenständigkeit, während Kyoto zugleich zu einem Zentrum von Zen-Kultur, Gartenkunst, Nō-Theater und Architektur wurde.

Shōgunat

Ashikaga in Kyoto, politisch schwächer als Kamakura.

Schlüsselkonflikt

Ōnin-Krieg 1467–1477 und Beginn der Sengoku-Zeit.

Prägende Daimyō

Takeda, Uesugi, Mōri, Shimazu, Hōjō, Imagawa und Date.

Schlüsseldaten

  • 1333–1336: Kemmu-Restauration Go-Daigos.
  • 1336: Ashikaga Takauji errichtet eine Gegenregierung in Kyoto.
  • 1336–1392: Zeit der Nord- und Südhöfe.
  • 1392: Wiedervereinigung unter Ashikaga Yoshimitsu.
  • 1404: offizieller Handel mit der Ming-Dynastie.
  • 1467–1477: Ōnin-Krieg verwüstet Kyoto.
  • ab Ende 15. Jh.: Sengoku-Zeit.
  • 1573: Oda Nobunaga beendet das Ashikaga-Shōgunat.

Takauji, Go-Daigo und die geteilten Kaiserhöfe

Tennō Go-Daigo wollte nach dem Fall Kamakuras die direkte kaiserliche Herrschaft wiederherstellen. Ashikaga Takauji rebellierte jedoch und setzte in Kyoto einen Gegenkaiser ein. Go-Daigo zog sich nach Yoshino zurück; über ein halbes Jahrhundert bestanden ein Nordhof in Kyoto und ein Südhof in Yoshino.

Ashikaga Yoshimitsu und die Kultur Kyotos

Unter dem dritten Shōgun Ashikaga Yoshimitsu erreichte die Muromachi-Regierung ihren größten Einfluss. 1392 gelang die Wiedervereinigung der beiden Höfe. Yoshimitsu pflegte enge Beziehungen zur Ming-Dynastie; der Kinkaku-ji wurde zum Symbol dieser Epoche.

Später förderte Ashikaga Yoshimasa trotz politischer Schwäche Zen-Gärten, Teezeremonie, Tuschemalerei und die Higashiyama-Ästhetik.

Der Ōnin-Krieg

Ein Nachfolgestreit innerhalb der Ashikaga und Rivalitäten mächtiger Familien lösten 1467 den Ōnin-Krieg aus. Auf der einen Seite stand vor allem Hosokawa Katsumoto, auf der anderen Yamana Sōzen. Kyoto wurde jahrelang zum Schlachtfeld und in großen Teilen zerstört.

Der Krieg brachte keine klare Entscheidung, zerstörte aber die Autorität des Shōgunats. In vielen Provinzen setzten sich neue Daimyō gegen alte Eliten durch – ein Prozess, der als gekokujō bezeichnet wird.

Die Sengoku-Daimyō

Takeda & Uesugi

Takeda Shingen und Uesugi Kenshin wurden durch ihre Auseinandersetzungen bei Kawanakajima legendär.

Mōri & Shimazu

Mōri Motonari baute im Westen Honshūs ein mächtiges Reich auf; die Shimazu dominierten weite Teile Kyūshūs.

Hōjō, Imagawa, Date

Weitere bedeutende Häuser kontrollierten die Kantō-Region, Zentraljapan und den Nordosten.

Übergang zur Reichseinigung

Aus der Konkurrenz der Sengoku-Daimyō stieg schließlich Oda Nobunaga auf, der 1568 Kyoto besetzte und 1573 das Ashikaga-Shōgunat endgültig beendete.