Japan – Hiroshima

Auf einen Blick

Region: Chūgoku · Präfektur: Hiroshima

Charakter: Moderne Großstadt, Friedensstadt und wichtiges Zentrum Westjapans.

Zeit: 1–2 Tage · Highlights: Friedenspark, A-Bomb Dome, Burg Hiroshima, Shukkei-en und Ausflug nach Miyajima.

Historischer Kontext: Hiroshima entwickelte sich seit dem späten 16. Jahrhundert als Burgstadt und ist heute zugleich moderne Regionalmetropole und zentraler Erinnerungsort an den Atombombenabwurf von 1945.

Von der Burgstadt zur modernen Metropole

Hiroshima entstand ab 1589 rund um die Burg des Mōri-Clans im Delta des Ōta-Flusses. In der Edo-Zeit war die Stadt ein wichtiges regionales Zentrum; in der Meiji-Zeit gewann sie als Verwaltungs-, Industrie- und Militärstandort weiter an Bedeutung. Die Burganlage bestand bis 1945 und wurde durch die Atombombenexplosion zerstört. Der heutige Hauptturm wurde nach dem Krieg rekonstruiert.

Friedenspark, A-Bomb Dome und Museum

Das moderne Wahrzeichen Hiroshimas ist der Genbaku domu, der A-Bomben-Dom. Bevor die Bombe fast direkt über dem Gebäude explodierte, war hier die Industrie- und Handelskammer untergebracht. Die Trümmer mit der nackten Stahlkuppel wurden als Mahnmal stehengelassen. In der Nähe des Genbaku domu befindet sich das Kinder-Friedens-Denkmal, inspiriert von dem Mädchen Sadako Sasaki, das an Leukämie starb. Als die Zehnjährige an den Folgen der radioaktiven Bestrahlung erkrankte, beschloss sie 1000 Kraniche (in Japan ein Zeichen für langes Leben und Glück) zu falten, in der Überzeugung, wenn ihr dies gelänge, würde sie wieder gesund werden. Als sie 644 Kraniche gefaltet hatte, starb sie, aber ihre Schulkameraden falteten die restlichen 356 und seitdem treffen jeden Tag neue Papierkraniche aus allen Teilen Japans ein. Im Friedenspark Heiwa koen befindet sich außerdem das Gedächtnisgrab mit der ewigen Flamme. In einem Steinbehälter liegt eine lange Liste mit den Namen der Toten. Die Flamme soll nicht bis in alle Ewigkeit brenne, sie soll erlöschen, wenn die letzte Atomwaffe vernichtet wurde. Der Gedächtnisturm erinnert an die zum Arbeitsdienst mobilisierten Schüler. Als die Atombombe fiel, befanden sich in der Stadt auch viele Schüler aus Hiroshimas Umgebung, die zu verschiedenen Arbeiten herangezogen wurden, was den hohen Anteil an Kindern unter den Opfern erklärt. Im Friedenspark findet man auch das Atombombenmuseum mit sehr ausführlicher und beeindruckender Dokumentation und Ausstellungsstücken.
Die abgeworfene Atombombe hatte eine Sprengkraft von etwa 15000 Tonnen TNT und zerstörte im Umkreis von 2 km nahezu alle Gebäude. 500 m vom Detonationsort entfernt betrug der Druck der Detonationswelle etwa 15 Tonnen pro Quadratmeter. Innerhalb einer Sekunde hatte der Feuerball einen Umfang von 280 m und erzeugte Temperaturen von 5000 °C. Im Dezember 1945 betrug die Zahl der Opfer dieser Bombe 140000.

Shukkei-en und das heutige Hiroshima

Neben den Erinnerungsorten an 1945 besitzt Hiroshima auch ruhigere historische und städtische Bereiche. Der Landschaftsgarten Shukkei-en wurde ursprünglich im frühen 17. Jahrhundert angelegt und nach schweren Zerstörungen wiederhergestellt. Teiche, kleine Brücken und künstlich modellierte Landschaften bilden einen deutlichen Kontrast zum modernen Stadtzentrum.

Das heutige Hiroshima ist eine lebendige Regionalmetropole mit breiten Straßen, Straßenbahnen, Einkaufsvierteln und einer ausgeprägten Gastronomieszene. Gerade der Wechsel zwischen Friedenspark, Burgbereich, Gartenanlagen und moderner Innenstadt macht einen Besuch vielseitiger, als es die internationale Wahrnehmung der Stadt häufig vermuten lässt.

Hiroshima-jō – die Karpfenburg

Der rekonstruierte Hauptturm der Hiroshima-jō, auch Karpfenburg genannt, macht die Geschichte Hiroshimas als frühneuzeitliche Burgstadt anschaulich. Im Inneren wird die Entwicklung der Burg, der Samuraiherrschaft und des städtischen Lebens vor der Moderne erläutert.

Vom Friedenspark unterscheidet sich der Burgbereich deutlich: Wassergräben, rekonstruierte Befestigungen und der weitläufige Park vermitteln eher die Geschichte der Stadt vor dem 20. Jahrhundert. Dadurch ergänzt die Burg die Erinnerungsorte des modernen Hiroshima sinnvoll.

Reiseplanung

Anreise & Mobilität

Hiroshima ist sehr gut per Bahn erreichbar. Im Stadtzentrum sind Straßenbahn, Bus und kurze Fußwege praktisch; Friedenspark, Burg und Innenstadt lassen sich gut miteinander kombinieren.

Essen & Spezialitäten

Typisch sind Hiroshima-Okonomiyaki mit geschichteten Zutaten sowie Austern aus der Seto-Inlandsee. Beide lassen sich gut in Bahnhofsnähe und im Zentrum probieren.

Ausflüge & Kombinationen

Besonders naheliegend ist Miyajima. Wer mehr Zeit hat, kann Hiroshima auch mit Iwakuni oder weiteren Zielen an der Seto-Inlandsee verbinden.