Japan – Sendai
Sendai (仙台) ist die Hauptstadt der Präfektur Miyagi und die größte Stadt der Region Tōhoku. Sie gilt als wichtigster Verkehrsknoten und als wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum Nordostjapans. Für Reisende ist Sendai vor allem als gut erreichbare Basis interessant: Von hier aus lassen sich Küstenziele wie Matsushima, aber auch Gebiete im Landesinneren, Onsen-Orte und weitere Städte Tōhokus unkompliziert erreichen.
Sendai wird häufig als „Stadt der Bäume“ beschrieben, was auf die vergleichsweise vielen Grünachsen und baumbestandenen Straßen zurückgeht. Das Stadtbild wirkt insgesamt modern und geordnet, mit einem klaren Zentrum rund um den Hauptbahnhof und große Einkaufs- und Geschäftsstraßen. Im Vergleich zu den Metropolen im Süden Japans ist das Tempo meist etwas ruhiger, ohne dass man auf städtische Infrastruktur verzichten muss. Dadurch eignet sich Sendai sowohl für Kurzaufenthalte als auch als Startpunkt für längere Rundreisen.
Historisch ist Sendai eng mit dem Feudalherrn Date Masamune verbunden, der die Stadt im frühen 17. Jahrhundert als Burgstadt ausbauen ließ. Auch wenn viele historische Strukturen im Laufe der Zeit verloren gingen, prägt diese Epoche bis heute die Identität der Stadt. Museen, Denkmäler und ausgewählte historische Orte vermitteln einen Überblick über die Entwicklung Sendais von der Burgstadt zu einer modernen Regionalmetropole.
Ein bedeutender Höhepunkt im Jahreslauf ist das Sendai Tanabata Festival, das im Sommer stattfindet und die Innenstadt mit aufwendigen Papierdekorationen prägt.
Sendai ist bekannt für Gyūtan (gegrillte Rinderzunge), die in spezialisierten Restaurants in unterschiedlichen Varianten angeboten wird, häufig mit Reis, Suppe und Beilagen. Auch Meeresprodukte spielen durch die Nähe zur Küste eine wichtige Rolle; in der Stadt finden sich zahlreiche Izakaya, Sushi-Restaurants und Märkte mit regionalem Schwerpunkt. Als süße Spezialität ist Zunda (Edamame-Mus) verbreitet, etwa in Mochi oder als Dessert.
Zuihōden (瑞鳳殿) ist das bekannteste historische Mausoleum in Sendai und die Ruhestätte von Date Masamune (1567–1636), dem mächtigen Fürsten, der Sendai als Burgstadt prägte. Die Anlage liegt in einem bewaldeten Hanggebiet und wirkt trotz ihrer Nähe zum Stadtzentrum angenehm abgeschieden. Charakteristisch sind die reich verzierte Momoyama-Architektur, kräftige Farben und dekorative Holzarbeiten, die einen Eindruck vom repräsentativen Stil der frühen Edo-Zeit vermitteln.
Zum Besuch gehören neben dem Hauptmausoleum auch weitere Grabanlagen der Date-Familie sowie ein kleines Museum, das Funde und Hintergrundinformationen zur Geschichte des Clans zeigt. Zuihōden eignet sich besonders für Reisende, die in Sendai einen kompakten, gut zugänglichen Geschichtsstopp suchen – verbunden mit einem kurzen Spaziergang durch ruhige Waldwege und Treppenanlagen.
Atago Shrine (愛宕神社, Atago Jinja) ist ein traditionsreicher Shintō-Schrein im Süden von Sendai, der auf dem Atago-yama (ca. 75 m Höhe) über der Stadt liegt und vor allem wegen seiner Aussicht geschätzt wird: Von den Anlagen und den Zugangswegen bietet sich ein weiter Blick über Sendai bis in die Umgebung – bei klarer Sicht besonders eindrucksvoll.
Im Zentrum der Verehrung steht Kagutsuchi, eine Gottheit des Feuers; entsprechend wird der Schrein traditionell mit Feuerschutz und Schutzfunktionen in Verbindung gebracht. Die Geschichte des Schreins ist eng mit der frühen Sendai-Zeit der Date-Herrschaft verknüpft: Überlieferungen beschreiben Verlagerungen des Schreins im Zuge der Ortswechsel der Date, bevor er an seinem heutigen Standort etabliert wurde.
Für Besucher eignet sich Atago Jinja als kurzer, ruhiger Abstecher abseits der zentralen Einkaufsstraßen: ein überschaubarer Schreinbesuch, kombiniert mit einem kleinen Anstieg und einem landschaftlichen Blickpunkt. Als fester Termin im Jahreslauf gilt das Reisai (Hauptfest) um den 24. Juli.
























