Japan – Owakudani

Auf einen Blick

Region: Kantō · Präfektur: Kanagawa

Einordnung: Sehenswürdigkeit im Raum Hakone, Kamakura oder an der Sagami-Bucht.

Für die Planung: Hakone-Ziele am besten als zusammenhängende Rundtour planen; für Kamakura eignen sich kompakte Tempel- und Schreinrouten.

Owakudani liegt nördlich des Asino-Sees und ist bekannt für seine vulkanischen Thermalquellen. Eigentlich reist man ja in diese Gegend, um den Fuji-san zu sehen. Trotzdem lohnt sich ein Abstecher nach Owakudani – vorausgesetzt, man hat was übrig für üble Gerüche. Genau davon gibt es hier nämlich eine Menge. Die vulkanischen Aktivitäten in Owakudani äußern sich in Form von blubberndem Schlamm, aus dem dampfende, nach faulen Eiern (Schwefelwasserstoff) riechende Wolken steigen. Die schwarzen Eier, die hier verkauft werden, wurden in dem brodelnden Schlamm gekocht und sollen angeblich Heilwirkung besitzen. Über den Reiz eines Rundganges durch diese karge Felsenlandschaft kann man sicherlich streiten aber der Blick auf den Fuji (sofern man ihn gerade mal sieht …) entschädigt für einiges.

Japan – Otsu

Auf einen Blick

Region: Kansai · Präfektur: Shiga

Charakter: Präfekturhauptstadt am Biwa-See mit bedeutenden Tempeln und unmittelbarer Nähe zu Kyoto.

Zeit: 1–2 Tage · Highlights: Enryaku-ji, Mii-dera, Ishiyama-dera und das Seeufer.

Ōtsu (大津市, Ōtsu-shi) ist die Hauptstadt der Präfektur Shiga und erstreckt sich am südwestlichen Ufer des Biwa-Sees. Die Stadt liegt nur wenige Bahnminuten von Kyōto entfernt, verbindet aber eine deutlich ruhigere Seenlandschaft mit einer außergewöhnlich dichten Folge historischer Tempel und Schreine. Zwischen 667 und 672 war Ōtsu unter Kaiser Tenji für kurze Zeit Hauptstadt Japans.

Die langgestreckte Stadt reicht vom südlichen Abfluss des Biwa-Sees weit nach Norden. Dadurch gehören sowohl urbane Uferbereiche als auch Berglandschaften, alte Tempelorte und Onsenviertel zu Ōtsu. Für Besucher eignet sich die Stadt sowohl als Tagesausflug von Kyōto als auch als Ausgangspunkt für mehrere Tage am Biwa-See.

Sehenswürdigkeiten

Enryaku-ji liegt auf dem Berg Hiei oberhalb von Ōtsu. Der weitläufige Tempelkomplex ist Haupttempel der Tendai-Schule und gehört zum UNESCO-Welterbe „Historische Monumente des alten Kyōto“. Von hier bieten sich Ausblicke über den Biwa-See und in Richtung Kyōto.

Mii-dera, offiziell Onjō-ji, zählt zu den bedeutenden Tempeln der Stadt. Das große Tempelgelände liegt am Fuß der Berge westlich des Sees und ist besonders zur Kirschblüte und im Herbst reizvoll.

Ishiyama-dera befindet sich am Seta-Fluss. Der Tempel ist eng mit Murasaki Shikibu und der Entstehungsgeschichte des Genji Monogatari verbunden. Seine Hallen liegen zwischen markanten Felsformationen und alten Bäumen.

Der Hiyoshi-Taisha liegt im historischen Ortsteil Sakamoto am Fuß des Hiei-san. Der Schrein war über Jahrhunderte eng mit Enryaku-ji verbunden und ist von bewaldeten Hängen und alten Steinmauern umgeben.

Der kleine Pavillon Ukimidō ragt im Ortsteil Katata auf Pfählen in den Biwa-See. Besonders am frühen Morgen und am späten Nachmittag wirkt der Blick über den See stimmungsvoll.

Am Seeufer von Hama-Ōtsu starten Ausflugsschiffe auf den Biwa-See. Ein Spaziergang entlang der Promenade lässt sich gut mit Mii-dera oder dem Ōmi-Jingū verbinden.

Anreise und Besuch

Ōtsu ist von Kyōto mit der JR-Biwako-Linie in wenigen Minuten erreichbar. Für Enryaku-ji, Sakamoto und die nördlichen Stadtteile sind zusätzlich die JR-Kosei-Linie, die Keihan-Bahn sowie Bus- und Seilbahnverbindungen wichtig. Wegen der großen Nord-Süd-Ausdehnung sollte der Besuch nach Teilgebieten geplant werden.

Vorschlag für einen Tag: Vormittags Mii-dera und Hama-Ōtsu, anschließend Fahrt nach Sakamoto mit Besuch des Hiyoshi-Taisha. Alternativ kann der Schwerpunkt auf Enryaku-ji oder auf Ishiyama-dera und dem südlichen Seeufer liegen.

Eine Envira-Galerie wird ergänzt, sobald eigene Bilder vorliegen.

Reiseplanung

Anreise & Mobilität

Ōtsu liegt direkt neben Kyoto und ist schnell per Bahn erreichbar. Wegen der großen Nord-Süd-Ausdehnung der Stadt sollte man Tempel, Seeufer und Sakamoto nach Teilgebieten planen.

Essen & Spezialitäten

Typisch für Shiga sind Gerichte mit Fisch aus dem Biwa-See, Ōmi-Rind und regionale Süßwaren. Am Seeufer und rund um die Bahnhöfe gibt es viele unkomplizierte Einkehrmöglichkeiten.

Ausflüge & Kombinationen

Besonders gut kombinierbar sind Sakamoto und Enryaku-ji, eine Schiffsfahrt auf dem Biwa-See oder weitere Orte wie Hikone und Kusatsu.

Sehenswürdigkeiten in Otsu

Keine Sehenswürdigkeiten vorhanden.

Japan – Miyajima

Auf einen Blick

Region: Chūgoku · Präfektur: Hiroshima

Einordnung: Sehenswürdigkeit zwischen Hiroshima, Seto-Inlandsee und Miyajima.

Für die Planung: Hiroshima und Miyajima lassen sich gut auf zwei Tage verteilen; für Miyajima genügend Zeit für Schrein, Ort und Landschaft einplanen.

Die Hauptattraktion der Insel Miyajima ist zweifellos der Itsukushima Schrein.

Es war schon eine faszinierende Idee, einen Schrein in das Meer zu bauen. Einen eindeutigen Grund dafür kann man heute nicht mehr angeben, aber es gibt zwei mögliche Erklärungen. Zum einen ist der Schrein der Göttin des Meeres geweiht und man wollte vielleicht einen mythologischen Rygu jo (Drachen-Palast) bauen. Oder der Schrein sollte den buddhistischen Glauben vom “reinen Land” widerspiegeln, nach dem die Seelen Verstorbener in Booten ins Gokuraku Jodo (Paradies, buddhistisches reines Land) gelangen. Was auch immer der Grund war, der Schrein bietet einen großartigen Anblick, der menschliche Kunstfertigkeit und die Natur in Harmonie verbindet.

Der Hauptschrein soll im Jahre 593 von Saeki-Kuramoto errichtet worden sein. Eine erste Nennung des Itsukushima Schreines in der japanischen Geschichte erfolgte im Nihon Koki (Anmerkungen zu Japan) datiert um 881, zusammen mit anderen berühmten Schreinen. Während der Ära der Taira-no-Kiyomori wurde er für den Heike-Clan ungefähr 1168 zum Familien-Schrein. Als die Macht des Heike-Clans größer wurde, stieg auch die Anzahl der Schreinbesucher und er wurde auch unter den Mitgliedern des Kaiserhofes bekannt. Der Kaiser und sein Hof statteten dem Schrein immer öfter Besuche ab. Bugaku, uralter japanischer Hoftanz, wurde in dieser Zeit oft hier aufgeführt. Sogar nach dem Fall des Heike-Clans behielt der Itsukushima Schrein seine Popularität.

Der Hauptschrein wurde durch Feuer 1207 und 1223 beschädigt, und mit jeder Restaurierung sollen die Gebäude in Größe und Aussehen geändert worden sein. Es ist überliefert, daß der Schrein von einem Taifun im Jahre 1325 wieder stark beschädigt wurde, und die Anlage nach der anschließenden Restaurierung ihr jetziges Aussehen erhielt.

Von der Kamakura-Epoche bis zur Zeit der Bürgerkriege, als die politische Situation instabil war, nahm der Einfluß des Schreins ab und er wurde allmählich abgelehnt. Als Mori Motonari 1555 den Kampf von Itsukushima gewann, kam der Schrein unter seine Kontrolle und kam wieder zu Ansehen. Toyotomi Hideyoshi besuchte während einer Reise nach Kyushu den Schrein und ordnete den Bau einer großen Bibliothek für buddhistische Sutras an.

Die zinnoberrotfarbene Tori im Meer vor dem Itsukushima-Schrein ist weltweit als ein Symbol Japan’s bekannt. Bereits zur Heian-Zeit soll es Aufzeichnungen nach eine Tori an dieser Stelle gegeben haben, deren Form und Struktur aber unbekannt sind. Der Bau der jetzigen Tori, der achten seit der Heian-Zeit, begann am 17.Oktober 1874 (Meiji 7) und wurde im Juli 1875 beendet (Meiji 8). Das dazu benötigte Holz wurde in der Kyushu- und der Kagawa-Präfektur in Shikoku, sowie aus Wäldern in der Miyazaki-Präfektur ausgewählt. Die Höhe der Tori beträgt ungefähr 16 Meter. Die Hauptpfeiler sind 13,40 Meter hoch und 9,90 Meter im Durchmesser, der Querbalken ist 23,30 Meter lang. Die Tori ist ca. 212 Meter vom Haiden (der Haupthalle) und 173 Meter vom Hitasaki (der Frontlaterne) entfernt.

Der Hauptschrein hat eine Grundfläche von 23,80 mal 11,60 Meter und wurde im ichiju ryonagare Stil errichtet. Das gegenwärtige Gebäude wurde im Jahre 1571 (Genki 2) von Mori-Motonari errichtet.

Die Hirabutai (breite Bühne) vor dem Hauptschrein mit einer Fläche von ungefähr 554 Quadratmetern hat eine lange, schmale Verlängerung bis zur Hitasaki (Frontlaterne). Diese Art Steg wurde für die Abfahrt und Ankunft der Schreingottheit während des Kangensais (Musikfest) genutzt. Die zinnoberrote Tori vorn, das blaue Meer, außerdem das grüne Laub des Gebirges, das alles gibt einen phantastischen Gegensatz. Die Anzahl der Grundsteine für die breite Bühne sowie für den Steg beläuft sich auf 239 und man sagt, daß sie alle von Mori-Motonari gestiftet wurden. Die Takabutai (Hochbühne) befindet sich in der Mitte auf der breiten Bühne und wurde für Bugaku-Aufführungen (japanischer Hoftanz) genutzt. Die Grundfläche dieser Bühne beträgt ca. 5,20 mal 6,36 Meter. Die gegenwärtige Bühne wurde 1546 (Tenbun 15) errichtet. Sie soll die kleinste Bühne für Bugaku-Aufführungen in Japan sein.

Die Noh Butai (Noh Bühne), errichtet im ichiju kiritsuma Stil, hat wie das Schreingebäude ein mit japanischer Zypresse gedecktes Dach. Ein tsubo (großer mit Wasser gefüllter Topf) wird normalerweise unter dem Fußboden einer Noh-Bühne plaziert um einen guten Nachhall zu erzeugen. Da diese Bühne aber über dem Meer errichtet wurde, konnte ein tsubo nicht benutzt werden. Der Fußboden ist stattdessen so errichtet worden, daß er wie ein einzelnes großes Brett erscheint, um den Klang zu verbessern. Der Fußboden funktioniert ähnlich einer großen Trommel. Interessant sind auch die Tonänderungen mit Ebbe und Flut.

Die 28 Meter hohe, fünfetagige Pagode wurde ganz in chinesischem Stil entworfen. Im Inneren gibt es zahlreiche Darstellungen wie einen Drachen, Arabesken, verschiedene Paradiesvögel und einen Phönix, die alle noch sehr gut erhalten sind. Die Pfeiler sind rot und oben mit Gold dekoriert. Auf den Wänden sind Buddha und andere heilige Bilder zu sehen. Als eines der strukturellen Merkmale der Pagode muß erwähnt werden, daß der zentrale Pfeiler der Pagode nicht bis zu ihrer Spitze reicht, wie es üblicherweise der Fall ist, sondern nur bis zur zweiten Etage. Außerdem sind die dritte und die vierte Etage nicht zentral miteinander verankert. Dies ist einer der Gründe, warum die Pagode auch bei starkem Wind noch sehr stabil ist.

Der Shamoji (hölzerner Reislöffel) ist eines der populärsten Souvenirs der Insel Miyajima. Dessen Herstellungsmethode wurde während der Edo Periode von einem buddhistischen Priester namens Seishin entwickelt. Seine Form ist die einer Biwa, einem lautenähnlichen Musikinstrument, das mit Benzaiten, einem der sieben Glücksgottheiten in Verbindung gebracht wird. Das Hauptmerkmal dieser Reislöffel ist die Tatsache, dass kein Holz-Geschmack auf den Reis übertragen wird und daß er hitzebeständig ist. Einen Shamoji gibt es in vielen verschiedenen Größen, so gibt es ihn von 15 – 18 cm bis zu einer Länge von 1,80 m. Die großen werden auch zur Dekoration, als Glücksbringer oder eben als Souvenir benutzt.

Der Daishoin Tempel ist der Hauptsitz des Mimuro Zweigs der buddhistischen Shingon Sekte und verantwortlich für die Organisation aller Rituale, die im Itsukushima Schrein vollzogen werden. Im Jahre 1888 wurde dieser Tempel komplett durch Feuer zerstört, mit Ausnahme der Daishido Halle. Die heutigen Gebäude sind also Reproduktionen.

Bei einer Wanderung auf dem Berg Misen kann man auch durchaus auf dort frei lebende Affen stoßen, insbesondere in der Nähe der oberen Seilbahn-Station. Es empfiehlt sich also, stets ein wachsames Auge auf den eigenen Reiseproviant zu haben.

Die Insel befindet sich ca. 10 km südlich von Hiroshima und ist in wenigen Minuten mit einer Fähre zu erreichen. Interessanterweise ist die Ablegestelle der Fähre am Festland ein wenig wie ein Schreingebäude des Itsukushima Schreins gestaltet.

Japan – Mikimoto

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Region: Kansai · Präfektur: Mie

Einordnung: Sehenswürdigkeit an der Ise-Shima-Küste mit wichtigen Shintō-Traditionen und maritimer Kultur.

Für die Planung: Ise und die Küstenziele von Ise-Shima lassen sich gut zu einem ein- bis zweitägigen regionalen Programm verbinden.

Mikimoto Pearl Island liegt in der Bucht von Toba in der Präfektur Mie und erinnert an Kokichi Mikimoto, dem 1893 entscheidende Erfolge bei der Zucht von Perlen gelangen. Die kleine Insel ist heute Museum, Demonstrationsort und Teil der Geschichte der japanischen Perlenindustrie.

Perlenzucht und Museum

Die Ausstellungen erklären den Aufbau einer Perle, die Entwicklung der Zuchtverfahren und die einzelnen Arbeitsschritte von der Vorbereitung der Austern bis zur Sortierung und Verarbeitung der geernteten Perlen. Historische Stücke zeigen zugleich, wie sich Mikimotos Verfahren zu einem international bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelte.

Ama-Taucherinnen und Toba

Vorführungen erinnern an die traditionellen Ama-Taucherinnen, die in der Region seit Jahrhunderten ohne Atemgerät nach Meeresprodukten tauchen und früher auch bei Arbeiten rund um die Perlenzucht eingesetzt wurden. Der Besuch lässt sich gut mit dem Toba Aquarium sowie mit Ise und den Meoto Iwa in Futami verbinden.

Japan – Kusatsu

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Region: Kansai · Präfektur: Shiga

Charakter: Historische Poststation an Tōkaidō und Nakasendō, heute moderne Stadt nahe dem Biwa-See.

Zeit: ½–1 Tag · Highlights: Kusatsu-juku Honjin, historische Kaidō-Spuren und Biwa-See-Museum.

Kusatsu (草津市, Kusatsu-shi) liegt im Süden der Präfektur Shiga östlich des Biwa-Sees. Die Stadt entwickelte sich an einem strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt: Hier trafen sich die historischen Fernstraßen Tōkaidō und Nakasendō, bevor sie gemeinsam weiter nach Kyōto führten.

Heute verbindet Kusatsu die Geschichte einer ehemaligen Poststation mit modernen Wohn- und Einkaufsgebieten sowie bedeutenden Einrichtungen zur Natur- und Kulturgeschichte des Biwa-Sees. Der historische Stadtkern liegt rund um den Bahnhof Kusatsu, während das Seeufer mit dem Biwa-See-Museum und dem Wasserpflanzengarten weiter westlich liegt.

Sehenswürdigkeiten

Das Kusatsu-juku Honjin ist eines der wichtigsten erhaltenen Gebäude der ehemaligen Poststation. In diesem offiziellen Gasthaus übernachteten während der Edo-Zeit Daimyō, Hofangehörige und hochrangige Reisende. Die Räume vermitteln einen guten Eindruck vom Reisealltag entlang der großen Fernstraßen.

In der Nähe erinnert die Oiwake-Wegmarke an die Stelle, an der Tōkaidō und Nakasendō zusammentrafen. Ein Spaziergang durch das frühere Poststadtviertel lässt sich gut mit dem Kusatsu-juku Kaidō Kōryūkan verbinden, das die Geschichte der Straßen und der Stadt erläutert.

Das Biwa-See-Museum am Seeufer gehört zu den größten Museen Japans, die sich einem See und seinem Ökosystem widmen. Ausstellungen behandeln Geologie, Geschichte, Lebensräume und die Beziehung zwischen Menschen und Biwa-See. Ein Süßwasseraquarium zeigt zahlreiche Arten aus dem See und anderen Regionen.

Direkt neben dem Museum liegt der Wasserpflanzengarten Mizunomori. Gewächshäuser, Teiche und Freiflächen zeigen Lotus, Seerosen und zahlreiche weitere Wasserpflanzen. Vom Garten und vom angrenzenden Seeufer reicht der Blick über den Biwa-See zu den Bergen von Hira und Hiei.

Anreise und Besuch

Der historische Stadtkern ist vom JR-Bahnhof Kusatsu zu Fuß erreichbar. Zum Biwa-See-Museum und nach Mizunomori verkehren Busse vom Bahnhof. Da Altstadt und Seeufer deutlich voneinander getrennt liegen, sollte für beide Bereiche ein ganzer Tag eingeplant werden.

Vorschlag für einen Tag: Vormittags Rundgang durch Kusatsu-juku mit Honjin und Oiwake-Wegmarke, anschließend Busfahrt zum Seeufer. Am Nachmittag Besuch des Biwa-See-Museums und des Wasserpflanzengartens Mizunomori.

Eine Envira-Galerie wird ergänzt, sobald eigene Bilder vorliegen.

Reiseplanung

Anreise & Mobilität

Der historische Stadtkern ist vom Bahnhof gut zu Fuß erreichbar. Für das Biwa-See-Museum und Mizunomori sind Busverbindungen zum Seeufer sinnvoll.

Essen & Spezialitäten

In Shiga spielen Ōmi-Rind, Süßwasserfische aus dem Biwa-See und regionale Reisgerichte eine wichtige Rolle. Im Zentrum gibt es einfache Restaurants und Cafés.

Ausflüge & Kombinationen

Kusatsu lässt sich gut mit Ōtsu, Hikone oder einem weiteren Abschnitt am Biwa-See kombinieren. Für Altstadt und Seeufer sollte man einen ganzen Tag vorsehen.

Orte in Shiga

Keine Orte vorhanden.

Japan – Kumamoto

Kumamoto ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur auf Kyūshū und ein wichtiges regionales Zentrum. Das bekannteste Wahrzeichen ist die Burg Kumamoto, deren mächtige Steinmauern und rekonstruierten Türme das Stadtbild prägen.

Burg Kumamoto

Die Burg wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter Katō Kiyomasa ausgebaut und galt als eine der stärksten Festungsanlagen Japans. Charakteristisch sind die steilen, geschwungenen Steinmauern. Während der Satsuma-Rebellion 1877 wurden große Teile der Anlage zerstört; nach weiteren schweren Schäden durch die Erdbeben von 2016 läuft eine langfristige Restaurierung.

Stadt und Umgebung

Neben der Burg lohnt der Suizenji Jōjuen, ein klassischer Landschaftsgarten mit Teich und Miniaturlandschaften. Kumamoto ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für Fahrten zum Aso-Vulkan, nach Kurokawa Onsen und zu weiteren Zielen im Zentrum Kyūshūs.

Orte in Kumamoto

Keine Orte vorhanden.

Japan – Iwakuni

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Region: Chūgoku · Präfektur: Yamaguchi

Einordnung: Sehenswürdigkeit im äußersten Westen Honshūs zwischen Seto-Inlandsee und Japanischem Meer.

Für die Planung: Iwakuni lässt sich gut als Ausflug von Hiroshima oder als Zwischenstopp in West-Honshū verbinden.

Iwakuni liegt im Osten der Präfektur Yamaguchi am Nishiki-Fluss. Bekannt ist die Stadt vor allem für die Kintai-kyō, eine der markantesten historischen Holzbrücken Japans. Sie verbindet das frühere Burg- und Samurai-Viertel mit dem übrigen Stadtgebiet.

Kintai-kyō

Die Brücke wurde 1673 errichtet und besteht aus fünf charakteristischen Holzbögen auf steinernen Pfeilern. Nach schweren Hochwasserschäden im Jahr 1950 wurde sie in historischer Form wiederaufgebaut. Die komplexe Holzkonstruktion kommt weitgehend ohne Nägel aus und gilt als herausragendes Beispiel traditioneller japanischer Ingenieurbaukunst.

Burg und Kikkō-Park

Auf der westlichen Flussseite schließen sich der Kikkō-Park, ehemalige Samurai-Häuser und Museen an. Eine Seilbahn führt hinauf zur rekonstruierten Burg Iwakuni, von der sich ein weiter Blick über Fluss, Brücke und Stadt öffnet. Besonders zur Kirschblüte ist das Gebiet rund um die Kintai-kyō ein beliebtes Ausflugsziel.

Japan – Ise

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Region: Kansai · Präfektur: Mie

Einordnung: Sehenswürdigkeit an der Ise-Shima-Küste mit wichtigen Shintō-Traditionen und maritimer Kultur.

Für die Planung: Ise und die Küstenziele von Ise-Shima lassen sich gut zu einem ein- bis zweitägigen regionalen Programm verbinden.

Jingu (O Ise san)

Der Ise-Schrein in der Mie Präfektur ist der heiligste der Schinto-Schreine in Japan. Er wurde im 4. Jahrhundert gegründet und besteht aus ca. 200 Bauwerken. Diese werden, einem schintoistischen Brauch folgend, aller 20 Jahre neu errichtet. Die jetzigen Schreingebäude stammen aus dem Jahre 1993, der nächste Neuaufbau ist also 2013 fällig. Da die ersten Einflüsse aus China erst im 6. Jahrhundert nach Japan kamen, handelt es sich bei diesen Bauwerken um den klassischen japanischen Baustil.
Als Besucher kann man keines der Gebäude betreten und die meisten von ihnen sind auch von hohen Holzzäunen umgeben. Auch findet man in Japan optisch wesentlich reizvollere Schreine. Hier liegen aber die geistigen Wurzeln Japans und so pilgern jedes Jahr mehr als 6 Millionen Japaner zu dieser Schreinanlage.
Der Komplex ist in den Äußeren Schrein (Geku) und in den Inneren Schrein (Naiku) unterteilt. Beide liegen etwa 6 km voneinander entfernt.

Geku (Äußerer Schrein)

Geku wurde im Jahre 477 als Heiligtum zur Verehrung von Toyouke Omikami, der Göttin der Kleidung, Nahrung und des Haushalts, gegründet, die auch die Sonnengöttin Amaterasu Omikami mit ihren täglichen Speisen versorgt. So finden hier auch zwei mal täglich die heiligen Zeremonien der Nahrungsübergabe statt (Bild rechts).
So wie im Naiku auch, dürfen die inneren Heiligtümer nur vom Kaiser und seinen Gesandten betreten werden, alle anderen Schreingebäude sind ausschließlich den Priestern vorbehalten.
Zum Eingang des Schreins geht man über einen von alten hohen Zedernbäumen gesäumten Weg. Vom Bahnhof Ise aus, ist dieser in 12 min. zu Fuß zu erreichen.

Naiku (Innerer Schrein) Dieser Schrein ist der Sonnengöttin Amaterasu Omikami gewidmet und entstand etwa zur gleichen Zeit wie der Geku. Sie ist die Ahnengöttin der kaiserlichen Familie und Schutzgöttin der japanischen Nation.
Ursprünglich war das Kaiserhaus selber für die Dienste an der Sonnengöttin verantwortlich. Während der Zeit des 10. Kaisers, Sujin Tenno, (1. Jh.) wurde der Heilige Spiegel (siehe Religion – Schintoismus) durch die Kaiserliche Prinzessin Toyosukiirihime no Mikoto nach Kasanuinomura gebracht, um einen würdigen Platz für dessen Aufbewahrung zu finden. Im 26. Jahr der Herrschaft des Kaisers Suinin entschied sie sich für den oberen Lauf des Flusses Isuzu und der Naiku wurde errichtet.
Die Schreinanlage betritt man über die Uji-Brücke. Auch diese wird aller 20 Jahre aus dem Holz der japanischen Zypresse (hinoki) neu aufgebaut. Parallel zur Brücke stehen große Pfeiler im Fluß, um die Brücke selber vor Beschädigungen bei Hochwasser zu schützen. Der Fluß gilt als heilig und die Pilger die über ihn das Heiligtum betreten, werden in Herz und Geist gereinigt.

Das Innere Heiligtum ist von vier Holzzäunen umgeben. Die meisten der Zeremonien (ca. mehr als 1000 im Jahr) finden zwischen der zweiten und dritten Umgrenzung statt. Neben dem Hauptheiligtum, in dem z.B. auch der Heilige Spiegel aufbewahrt wird, gibt es noch etliche weitere Gebäude, wie kaguraden, die Halle der heiligen Musik und des Tanzes, gojoden, für die Nahrungsübergabe-Zeremonie, saikan, die Reinigungshalle und einige mehr.

Kongosho-ji

Nutzt man die Busverbindung vom Schrein in Richtung Toba, fährt man über die Ise-Shima- Skyline Road vorbei am Kongosho Tempel auf dem Berg Asama. Zu dessen Besonderheiten gehören ein Fußabdruck Buddhas und die mit Andenken an Verstorbene behangenen Stelen aus Holz.

Sehenswürdigkeiten in Ise

Keine Sehenswürdigkeiten vorhanden.

Japan – Geschichte Heisei und Reiwa

Heisei und Reiwa – Japan von 1989 bis 2026

Die Heisei-Zeit begann 1989 mit Tennō Akihito und endete 2019 mit seiner Abdankung. Seit dem 1. Mai 2019 regiert sein Sohn Tennō Naruhito; damit begann die Reiwa-Zeit. Die Jahrzehnte seit 1989 verbinden wirtschaftliche Stagnation nach dem Platzen der Bubble Economy, demografischen Wandel und schwere Katastrophen mit technologischer Stärke, kultureller Ausstrahlung und einer zunehmend aktiven außen- und sicherheitspolitischen Rolle Japans.

Tennō

Akihito 1989–2019, seit 2019 Naruhito.

Prägende Einschnitte

1995 Kobe und Sarin-Anschlag, 2011 Tōhoku/Fukushima, 2020–2022 Pandemie, 2024 Noto.

Japan 2026

Alternde und schrumpfende Bevölkerung, politische Neuorientierung und wirtschaftliche Transformation.

Schlüsseldaten 1989–2026

  • 1989: Akihito besteigt den Thron; Beginn der Heisei-Zeit.
  • 1990/91: Platzen der Aktien- und Immobilienblase.
  • 1993: die LDP verliert vorübergehend die Regierungsmacht.
  • 1995: Hanshin-Awaji-Erdbeben und Sarin-Anschlag in der Tokioter U-Bahn.
  • 2009: Machtwechsel zur Demokratischen Partei Japans.
  • 11. März 2011: Tōhoku-Erdbeben, Tsunami und Nuklearkatastrophe von Fukushima Daiichi.
  • 2012: Abe Shinzō kehrt als Premierminister zurück.
  • 30. April / 1. Mai 2019: Abdankung Akihitos und Beginn der Reiwa-Zeit unter Naruhito.
  • 2020–2022: COVID-19-Pandemie; die Olympischen Spiele Tokyo 2020 finden erst 2021 statt.
  • 8. Juli 2022: der frühere Premierminister Abe Shinzō wird während einer Wahlkampfrede ermordet.
  • 1. Januar 2024: schweres Noto-Halbinsel-Erdbeben.
  • 2024: Ishiba Shigeru folgt Kishida Fumio als Premierminister.
  • 2025: Expo 2025 in Osaka; Takaichi Sanae wird im Oktober als erste Frau Premierministerin Japans.
  • 2026: Takaichi wird im Februar erneut zur Premierministerin bestimmt; der demografische Rückgang bleibt eine der zentralen Herausforderungen.

Heisei: Vom Wirtschaftswunder zur Post-Bubble-Gesellschaft

Ende der 1980er Jahre hatten Aktien- und Immobilienpreise extreme Höhen erreicht. Als die Spekulationsblase platzte, fielen Vermögenswerte drastisch. Banken blieben auf problematischen Krediten sitzen, Unternehmen reduzierten Investitionen und das Vertrauen in dauerhaft hohes Wachstum erschütterte sich. Die 1990er Jahre wurden als „verlorenes Jahrzehnt“ bezeichnet; später sprach man von mehreren verlorenen Jahrzehnten.

Gleichzeitig veränderte sich die Gesellschaft. Niedrige Geburtenraten, steigende Lebenserwartung und Abwanderung aus ländlichen Regionen führten zu einer Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung. Dieser Prozess prägt Japan bis heute.

1995 – Kobe und der Sarin-Anschlag

Hanshin-Awaji-Erdbeben

Am 17. Januar 1995 traf ein schweres Erdbeben Kobe und die Hanshin-Region. Mehr als 6.000 Menschen starben. Die Katastrophe führte zu einer grundlegenden Debatte über Krisenmanagement und Katastrophenschutz.

Sarin-Anschlag

Am 20. März 1995 setzte die Sekte Aum Shinrikyō Sarin in der Tokioter U-Bahn frei. Der Terroranschlag erschütterte das Sicherheitsgefühl der japanischen Gesellschaft nachhaltig.

11. März 2011 – Tōhoku, Tsunami und Fukushima

Das Seebeben vor der nordöstlichen Küste Honshūs am 11. März 2011 gehörte zu den stärksten jemals gemessenen Erdbeben. Der Tsunami verwüstete große Küstengebiete. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi fielen Kühlsysteme aus; es kam zu Kernschmelzen und Freisetzungen radioaktiver Stoffe. Die Dreifachkatastrophe veränderte Energiepolitik, Katastrophenschutz und den Wiederaufbau ganzer Regionen.

Abe Shinzō und eine aktivere internationale Rolle

Nach seiner Rückkehr ins Amt 2012 prägte Abe Shinzō Japan länger als jeder andere Premierminister der Nachkriegszeit. Seine als Abenomics bezeichnete Wirtschaftspolitik verband expansive Geldpolitik, staatliche Konjunkturmaßnahmen und Strukturreformen. Außen- und sicherheitspolitisch strebte Abe eine aktivere Rolle Japans an. Seine Ermordung am 8. Juli 2022 während einer Wahlkampfrede war ein tiefer politischer Einschnitt.

Reiwa ab 2019 – Pandemie, Krisen und neue Politik

Mit Tennō Naruhito begann 2019 die Reiwa-Zeit. Schon im folgenden Jahr wurde Japan von der COVID-19-Pandemie erfasst. Die für 2020 geplanten Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokyo wurden um ein Jahr verschoben und 2021 unter außergewöhnlichen Bedingungen ausgetragen.

Am 1. Januar 2024 traf ein schweres Erdbeben die Noto-Halbinsel. Politisch folgte 2024 Ishiba Shigeru auf Kishida Fumio. Im Oktober 2025 wurde Takaichi Sanae als erste Frau in der Geschichte Japans Premierministerin. Nach erneuter Wahl durch das Parlament im Februar 2026 führt sie die Regierung auch 2026.

Japan 2026 – Bevölkerung und gesellschaftliche Transformation

Der demografische Wandel ist inzwischen eine der prägendsten langfristigen Entwicklungen. Nach den vorläufigen Ergebnissen des Zensus 2025 lebten rund 123,05 Millionen Menschen in Japan – etwa 3,1 Millionen weniger als 2020. Im Juni 2026 lag die vorläufig geschätzte Gesamtbevölkerung bei rund 122,85 Millionen. Besonders ländliche Regionen verlieren Einwohner, während der Großraum Tokyo weiterhin einen sehr hohen Bevölkerungsanteil bündelt.

Gleichzeitig reagiert Japan mit Automatisierung, Digitalisierung, höheren Erwerbsquoten, mehr ausländischen Arbeitskräften und familienpolitischen Maßnahmen auf den Arbeitskräftemangel. Sicherheitspolitik, Energieversorgung, wirtschaftliche Resilienz und die technologische Konkurrenz in Ostasien gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

Von Heisei zu Reiwa

Heisei und die ersten Jahre von Reiwa zeigen Japan weniger als eine Geschichte militärischer Machtwechsel, sondern als Geschichte der Anpassung an wirtschaftliche, demografische und gesellschaftliche Umbrüche. Die Herausforderung der 2020er Jahre besteht darin, Wohlstand und soziale Stabilität trotz Bevölkerungsrückgang zu sichern und zugleich Japans Rolle in einer geopolitisch angespannten Region neu zu definieren.

Japan – Geschichte Meiji

Meiji-Zeit – Restauration, Modernisierung und Aufstieg zur Großmacht

Die Meiji-Zeit veränderte Japan innerhalb weniger Jahrzehnte grundlegend. Nach dem Ende des Tokugawa-Shōgunats wurde die politische Herrschaft offiziell auf Tennō Meiji ausgerichtet. Aus den Fürstentümern entstand ein zentralisierter Nationalstaat mit moderner Verwaltung, Armee, Industrie, Schulen, Eisenbahnen und einer Verfassung. Gleichzeitig ging die Modernisierung mit sozialen Konflikten und einer zunehmend imperialen Außenpolitik einher.

Tennō

Meiji als zentrale Symbolfigur des neuen Staates.

Reformelite

Vor allem ehemalige Samurai aus Satsuma und Chōshū.

Leitmotiv

Fukoku kyōhei – „reiches Land, starke Armee“.

Schlüsseldaten

  • 1868: Meiji-Restauration, Fünf-Artikel-Eid und Beginn des Boshin-Krieges.
  • 1868: Edo wird in Tokyo umbenannt.
  • 1869: Ende des Boshin-Krieges nach der Niederlage der Tokugawa-Anhänger auf Hokkaidō.
  • 1871: Abschaffung der Han und Beginn der Iwakura-Mission.
  • 1873: allgemeine Wehrpflicht und Landsteuerreform.
  • 1877: Satsuma-Rebellion und Schlacht von Shiroyama.
  • 1885: Itō Hirobumi wird erster Premierminister.
  • 1889: Verkündung der Meiji-Verfassung.
  • 1894–1895: Erster Japanisch-Chinesischer Krieg.
  • 1904–1905: Russisch-Japanischer Krieg.
  • 1910: formelle Annexion Koreas.
  • 1912: Tod Tennō Meijis.

Vom Shōgunat zum Kaiserreich

Die Restauration von 1868 bedeutete keine einfache Rückkehr zu einer alten Kaiserherrschaft. Eine junge Elite aus ehemaligen Samurai nutzte die Person des Tennō als politische Integrationsfigur für einen neuen Staat. Besonders einflussreich waren Männer aus den ehemaligen Fürstentümern Satsuma und Chōshū.

Der Boshin-Krieg 1868/69 entschied den Machtkampf militärisch. Die Truppen der neuen Regierung siegten unter anderem bei Toba-Fushimi. Tokugawa Yoshinobu zog sich zurück, Edo wurde weitgehend kampflos übergeben. Die letzten Gegner wurden 1869 bei Hakodate besiegt.

Die führenden Männer der Restauration

Saigō Takamori

Der Samurai aus Satsuma war ein wichtiger militärischer Führer der Restauration. 1877 wurde er zur Symbolfigur der Satsuma-Rebellion.

Ōkubo & Kido

Ōkubo Toshimichi und Kido Takayoshi prägten Zentralisierung, Verwaltungsreformen und Modernisierung.

Itō & Yamagata

Itō Hirobumi wurde Architekt der Verfassung und erster Premierminister; Yamagata Aritomo prägte Armee und Verwaltung.

Abschaffung der alten Ständeordnung und Shiroyama

1871 wurden die Fürstentümer aufgelöst und durch Präfekturen ersetzt. Auch die Samurai verloren schrittweise ihre Privilegien: Stipendien wurden umgewandelt, das Tragen von Schwertern eingeschränkt und mit der Wehrpflicht von 1873 fiel ihr Monopol auf den Militärdienst.

1877 führte Saigō Takamori tausende ehemalige Samurai aus Satsuma gegen die Regierung. In der Schlacht von Shiroyama bei Kagoshima wurde der letzte Widerstand gebrochen; Saigō starb. Die spätere Erinnerung stilisierte ihn zum tragischen „letzten Samurai“.

Iwakura-Mission, Verfassung und moderner Staat

Von 1871 bis 1873 bereiste eine hochrangige Delegation unter Iwakura Tomomi die USA und Europa. Sie studierte Parlamente, Schulen, Fabriken, Eisenbahnen und Armeen. Der Leitsatz fukoku kyōhei fasste das Ziel zusammen, Japan wirtschaftlich und militärisch so zu stärken, dass es nicht in koloniale Abhängigkeit geriet.

1889 verkündete Tennō Meiji die Meiji-Verfassung, die sich unter anderem an preußisch-deutschen Vorbildern orientierte. 1890 trat der Reichstag zusammen. Die tatsächliche Politik blieb zunächst stark von den früheren Restaurationsführern, den genrō, geprägt.

Kriege gegen China und Russland

Im Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg 1894/95 besiegte Japan das Qing-Reich deutlich. Taiwan wurde japanische Kolonie. Die anschließende Tripelintervention Russlands, Deutschlands und Frankreichs zwang Japan jedoch, die Liaodong-Halbinsel zurückzugeben.

Im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05 gehörten die Belagerung von Port Arthur, die Landschlacht bei Mukden und die Seeschlacht von Tsushima zu den entscheidenden Ereignissen. Admiral Tōgō Heihachirō vernichtete bei Tsushima große Teile der russischen Baltischen Flotte. Der Sieg über eine europäische Großmacht veränderte Japans internationale Stellung grundlegend.

Imperium und Kolonialherrschaft

Mit der Modernisierung wuchs Japans imperialer Machtanspruch. Taiwan wurde ab 1895 Kolonie, Korea geriet schrittweise unter japanische Kontrolle und wurde 1910 annektiert. Für die betroffenen Bevölkerungen bedeutete diese Expansion Fremdherrschaft, politische Unterdrückung und tiefgreifende gesellschaftliche Eingriffe.

Die Ambivalenz der Meiji-Zeit

Innerhalb einer Generation entwickelte sich Japan von einer feudalen Ordnung zu einem industrialisierten Verfassungsstaat und einer internationalen Großmacht. Diese bemerkenswerte Modernisierung war zugleich mit sozialen Härten, staatlichem Nationalismus und wachsender imperialer Expansion verbunden.

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